Taifun bedroht die Formel 1

Wohltuend für den noch amtierenden Weltmeister Sebastian Vettel sind die Autogrammwünsche japanischer Fans. Mit den Plätzen drei und fünf war er auch bei den ersten Trainingsrunden zufrieden. Bild: dpa

Zuerst Rosberg vor Hamilton, dann Hamilton vor Rosberg. Die Silberpfeile geben auch in Japan das Tempo vor. Vettel sieht noch Potenzial, sein Kollege Ricciardo zählt zu einer Reihe von Crash-Fahrern. Die größten Sorgen bereitet aber der nahende Wirbelsturm.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton mussten sich nach dem ersten Kräftemessen im Silberpfeil-Duell in Japan um die Konkurrenz keinen großen Kopf machen. Taifun Phanfone bereitet hingegen der kompletten Formel 1 weiter Sorgen. "Ein drohendes Regenrennen ist die eine Sache, die andere ist die Möglichkeit von verbreiteten Schäden und Beeinträchtigungen ab Montagmorgen", hieß es vom zuständigen Wetterdienst weniger als 48 Stunden vor dem geplanten Start des 15. Saisonrennens am Sonntag in Suzuka.

Sollte das Auge des Wirbelsturms zwischen den frühen Montagmorgen- und den Nachmittagsstunden wie in einem der beiden möglichen Szenarien berechnet über die Küstenstadt ziehen, gerät die gesamte Logistik für das Folgerennen in Russland in erhebliche Probleme. Überschrieben war die Mitteilung zum jüngsten Update mit den Worten: "Große Bedrohung für Japan und die Formel 1."

Am Freitag ließ Phanfone die Rivalen auf dem Suzuka Circuit noch in Ruhe, WM-Spitzenreiter Hamilton nutzte das zur Tagesbestzeit vor Rosberg, danach kam der Rest. "Der Abstand zwischen uns und den anderen Autos verändert sich von Strecke zu Strecke. An diesem Wochenende sieht es bislang jedoch gut für uns aus", meinte Hamilton. "Das war ein sehr guter Tag für uns", pflichtete Rosberg bei.

Am Morgen setzte sich bei teils sogar herrlichem Sonnenschein Rosberg an die Spitze. Hamilton musste sich in den ersten anderthalb Stunden mit Rang zwei begnügen. Dritter wurde Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel. Im zweiten Training wurde er Fünfter. "Wir können das noch ein bisschen steigern", meinte Vettel nach dem freitäglichen Einfahren, das mit ein bisschen Regen zu Ende gegangen war.

Der Red-Bull-Pilot, dessen Teamkollege Daniel Ricciardo sein Fahrzeug wie einige andere Piloten bei einem Crash in die Streckenbegrenzung demolierte, ist mit vier Siegen hinter Rekordchampion Michael Schumacher der erfolgreichste Fahrer auf der Strecke in Suzuka. Der Sieg diesmal wird unter normalen Umständen aber nur über die beiden Mercedes-Piloten führen - zumal der Silberpfeil auch bei Regen bereits seine glänzenden Qualitäten zeigte.

"Für den Moment liegen wir auf Kurs", betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Hamilton will unbedingt den dritten Erfolg nacheinander, den achten insgesamt in diesem Jahr und damit die WM-Führung auf mindestens zehn Punkte ausbauen. Rosberg will dagegen die Wende.

Zunächst sieht alles so aus, als solle das Rennen auch wie geplant um 15.00 Uhr Ortszeit gestartet werden. Die Gespräche über einen möglicherweise früheren Start brachten am Freitag keine Ergebnisse. Viel Spielraum bleibt nicht bei dem Start zur Nachmittagszeit, gegen 17.30 ist es dunkel über der legendären Rennstrecke.

Verstappen jüngster Pilot

Was auch immer noch in Japan passiert, der Eintrag als jüngster Pilot ist dem Niederländer Max Verstappen nicht mehr zu nehmen. "Alter ist nur eine Zahl", sagte Verstappen nach seinem Trainingsdebüt in Suzuka mit Platz zwölf im Toro Rosso bei der ersten Übungssession - gerade mal drei Tage nach seinem 17. Geburtstag.
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