Tennis
Teenager Zverev überrascht

Wieder eine Runde weiter: Alexander Zverev steht jetzt in München im Halbfinale. Dort wartet auf den 19-Jährigen der Österreicher Dominic Thiem. Bild: dpa

Alexander Zverev sorgt in München für einen Coup. Der Tennis-Youngster schlägt den Turnierfavoriten und kämpft um sein erstes ATP-Finale. In einem Endspiel könnte es sogar zum deutschen Duell kommen.

München. Nach einem Coup gegen den Turnier-Favoriten greift Tennis-Teenager Alexander Zverev (19) nach seinem ersten ATP-Finale - und auch Altmeister Philipp Kohlschreiber bleibt in München auf Kurs. Dank eines abgeklärten 6:4, 6:1 am Freitagabend über den früheren Weltranglistenvierten und US-Open-Champion Juan Martin del Potro darf der zweimalige Turniersieger aus Augsburg weiter auf seinen dritten Heimsieg hoffen. Und sogar ein deutsches Endspiel ist möglich.

Davis-Cup-Teamkollege Zverev hatte zuvor im Viertelfinale den topgesetzten Belgier David Goffin 6:3, 4:6, 6:3 niedergerungen und steht zum vierten Mal in der Karriere in einer ATP-Vorschlussrunde. Gelingt dem Hamburger am Samstag (13.30 Uhr) gegen Shootingstar Dominic Thiem aus Österreich eine weitere Überraschung, feiert er beim Sandplatzevent in München am Sonntag seine Final-Premiere.

Kohlschreiber bekommt es mit dem Italiener Fabio Fognini zu tun (15.00 Uhr). Gegen del Potro, der nach einer langen Verletzungspause sein Sand-Comeback gab, zeigte der Lokalmatador eine konzentrierte Leistung und sehenswerte Schläge. Am Ende war der in 80 Minuten bewerkstelligte Sieg nie in Gefahr. Der 32-Jährige feierte seinen ersten Erfolg überhaupt gegen den Argentinier im sechsten Match.

Zverev bewahrte gegen Goffin in 2:22 Stunden die Nerven. "Ich bin mit seinem Tempo gut umgegangen", sagte er. Nach Hamburg 2014, Bastad 2015 und Montpellier 2016 bestreitet er sein viertes ATP-Halbfinale. Nach den ersten Tagen mit Regen, Schnee und Temperaturen nahe des Gefrierpunkts war es am Freitag bei den BMW Open frühlingshaft - und Zverev enttäuschte auf dem voll besetzten Center Court nicht.

"Das war hohe Intensität und Qualität", meinte der 1,98 Meter große Profi nach dem Erfolg über Goffin, der mit der Empfehlung von zwei Halbfinals bei den Masters in Indian Wells und Miami angereist war.

Für den Schlaks mit russischen Eltern läuft es derzeit gut: Am Montag stieß er erstmals in die Top 50 der Welt vor - jünger ist kein anderer Profi vor ihm. In Indian Wells brachte er im März Superstar Rafael Nadal an den Rand einer Niederlage, hatte Matchball, zog dann aber doch den Kürzeren. "Er ist wahrscheinlich der Beste der ganz Jungen", wurde Zverev bereits von Halbfinal-Gegner Thiem gelobt.
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