"Thiago oder nix": Guardiolas Wunsch-Spanier an jedem Tor der Bayern beteiligt
Der kleine Anführer ganz groß

Thiago war Bayerns großer Held gegen den FC Porto. Bild: dpa
München. (mr) Pep Guardiola ist einer, der ohne Punkt und Komma spricht. Aus ihm sprudelt es. Da ist auch viel heiße Luft dabei. Einen seiner wohl bedeutendsten Sätze, wichtig für die Zukunft des FC Bayern München, formulierte der spanische Coach im August 2013, wenige Wochen nach seinem Arbeitsbeginn in München. Und das kurz und knapp. "Thiago oder nix", forderte er damals von den Bayern-Bossen. Thiago Alcántara, ein Juwel, das auf der Ersatzbank des FC Barcelona zu versauern drohte. Die Bosse gehorchten.

"Riesen-Instinktfußballer"

Am Dienstagabend bewies der mittlerweile 24-Jährige, warum Guardiola nur ihn wollte. Der 1,72 Meter kleine Spanier war gegen den FC Porto der große Anführer. "Er hat keine Angst. Er glaubt immer, dass alles möglich ist", schwärmte Guardiola am Dienstag nach dem 6:1 gegen den FC Porto von seinem Wunschspieler. Thiago öffnete mit seinem wuchtigen Kopfballtor zum 1:0 (14.) die Schleusen in der Porto-Abwehr. Gegen die portugiesischen Abwehrriesen setzte er sich listig durch. "Er ist ein Riesen-Instinktfußballer", lobte ihn auch Sportvorstand Matthias Sammer. "Er ist etwas Besonderes." Und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kriegte sich gar nicht mehr ein: "Das ist Weltklasse, was der Bursche darstellt. Er hat unglaubliche Talente."

Vergessen scheinen die drei schweren Innenbandverletzungen im Knie des jungen Spaniers, dessen Vater Mazinho 1994 mit Brasilien Weltmeister wurde. Ein Jahr lang, begleitet vom spanisch-deutschen Ärztestreit, setzten die Verletzungen den begnadeten Mittelfeldspieler außer Gefecht. Gar das Karriereende drohte. Alles vergessen: Thiago zauberte. Thiago dirigierte. Es sieht oft arrogant aus, wenn er Gegner stehen lässt oder Pässe locker spielt, aber man sieht in jeder Aktion: Da hat einer mächtig Spaß auf dem Platz.

Das 1:0 machte er selbst, an allen anderen Bayern-Toren war er beteiligt. "Für solche Spiele sind wir geboren, wir lieben es, sie zu spielen", wurde Thiago nach dem Spiel gar pathetisch. "Wir wussten, alles kann passieren. Aber wir mögen diesen Druck." Der kleine Anführer liebt die große Herausforderung.
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