Thomas Stratos im Interview: Jahn testet Heidenheims Favoritenrolle
„Den Druck haben die“

Jahn-Trainer Thomas Stratos im Interview. Bilder: Herda
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
25.07.2013
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Jahn-Trainer Thomas Stratos im Interview. Bilder: Herda

Mit gemischten Gefühlen und einem Pünktchen im Ranzen reist der SSV am Samstag zum Topfavoriten aller Drittliga-Trainer: Der 1. FC Heidenheim tat sich zwar beim 1:0-Auwärtssieg beim MSV Duisburg schwer, dennoch liegt das punktuell verstärkte Team von Trainer Frank Schmidt im Soll. Vor nicht einmal vier Monaten bezwang der Drittligist in einem Testpiel den Noch-Zweitligisten Regensburg demütigend klar mit 4:1.

Herr Stratos, kurzer Rückblick, wie zufrieden waren Sie mit dem Auftakt? In der ersten Halbzeit hatte man eher noch den Eindruck, dass der Jahn den Spielfluss der Hachinger nicht stören wollte.

Stratos: Ach nö, finde ich nicht. Wir hatten in den ersten 15 Minuten zwei gute Chancen, da müssen wir zumindest bei der einen den Ball reinmachen. Nach zehn Minuten haben sich die Unterhachinger besser auf uns eingestellt und dann auch gut mitgespielt. Sie haben uns kommen lassen, und wir haben uns nicht so geschickt angestellt, wie man das machen muss.

Die Abwehr hatte zunächst ihre Probleme, stand etwas weit weg von den Gegenspielern ...

Stratos: Eigentlich nicht weit weg, wir waren eher zu hektisch in unseren Bewegungen. Wir wollten die Zweikämpfe gewinnen und waren zu verkrampft. Weißt du, wenn man ungedingt gewinnen will, macht man schon mal solche Fehler. Und dann waren das auch gute Jungs, die wussten, wie man‘s macht.

Die Kollegen Amachaibou, Hein und Aosman waren im Spielaufbau bemüht, aber fehlte nicht ein wenig die ordnende Hand?

Stratos: Es stimmt schon, dass es in der ersten Halbzeit noch ein bisschen hakte. Wir waren sehr bestrebt, wollten viel machen. Der Druck war einfach groß, du willst das erste Spiel zu Hause gewinnen – und dann verspringt der Ball ...

Sportsfreund Dressler wirkte etwas losgelöst: Hat er Ihre Mahnung, nicht zu viel zu laufen, zu gut umgesetzt oder haperte es an den Zuspielen?


Stratos: In manchen Momenten hat er den Ball nicht so gehalten, wie ich mir das vorstelle und wir spielten auch so ein bisschen um ihn herum. In der zweiten Hälfte wurde das dann schon viel besser.

Bitter: Gino Windmüller hat sich gleich einen Bänderriss eingefangen – stimmt das wirklich, dass er nur zwei Spiele ausfällt?

Stratos: Wer sagt das?

… steht bei euch auf der Website ...

Stratos: Echt? Man kann das noch gar nicht sagen, aber zwei Spiele hört sich schon ein wenig dünn an. Tatsache ist, dass ein Band gerissen, das andere angerissen ist. Es sieht jetzt nicht so schlecht aus, er macht sich gut, aber eine Prognose, wie lange das dauert, wäre reine Spekulation.

Aalen, Sandhausen und eben auch Heidenheim gehören zu den Schwabendörfern, die unbedingt nach Höherem streben. Gibt es da ein Nest oder können Schwaben einfach besser mit Geld umgehen?

Stratos: Das kann ich dir nicht sagen, dazu kenne ich die Strukturen dort zu wenig. Wenn die viel Geld haben, ist‘s schön. Wenn in den Fußball investiert wird, ist das immer gut. Aber warum und weswegen, da muss ich passen.

Jedenfalls gilt Heidenheim neben Leipzig als Topfavorit, verpasste das Relegationsspiel im letzten Jahr nur knapp und hat sich punktuell verstärkt – wie stark ist das Team von Trainer Frank Schmidt, der jetzt langsam liefern muss?

Stratos: Genau so. Sie sind meiner Meinung nach Topfavorit zusammen mit Preußen Münster. Sie haben sich richtig verstärkt – aber der Druck ist halt auch riesengroß. Das ist unser Vorteil, wir müssen nur spielen, und den einzigen Druck, den wir haben, ist der, den wir uns selber machen.

Wie wir Thomas Stratos kennengelernt haben, wird sich der Jahn trotzdem nicht hinten reinstellen?

Stratos: (lacht) Genau, wir werden aktiv mitspielen und versuchen, unser Spiel zu machen, egal, wie der Gegner das annimmt.

Gibt‘s Gründe für Umstellungen gegenüber dem Auftaktspiel?

Stratos: Ja, auf alle Fälle müssen wir Gino Windmüller ersetzen. Und der eine oder andere hat ein paar Wehwehchen.

Jimmy Müller ist wieder fit?

Stratos: Ja, der hat kein Problem.

Wer hat Ihnen gegen Haching besonders gut gefallen – und hat seinen somit Job sicher?

Stratos: Da tue ich mich schwer mit dem öffentlichen Loben ...

… aber eines kann man doch sagen, dass Patrick Wiegers genau da angeknüpft hat, wo man ihn nach der Winterpause unverständlicherweise aus dem Tor genommen hat – als großer Rückhalt?

Stratos: Patrick hat genau das abgeliefert, was ich erwartet habe und was er in der Vorbereitung gezeigt hat.