Tischtennis-WM: Mitfavorit verliert überraschend, Oberpfälzer nach 2:0 noch 2:4
Ovtcharov und Steger draußen

(dpa/mr) Auf der Tribüne drückte Ehefrau Jenny vergeblich die Daumen für ihren Mann Dimitrij Ovtcharov. Der Europameister bescherte dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) die zweite Riesen-Enttäuschung innerhalb von 24 Stunden. Einen Tag nach dem bitteren WM-Aus für Timo Boll im Doppel verlor der Medaillenkandidat in der zweiten Runde knapp mit 3:4 gegen den Südkoreaner Lee Sangsu und muss nun bis zur WM 2017 in Düsseldorf auf seine erste Einzelmedaille warten. Der aus Winklarn (Kreis Schwandorf) stammende Bastian Steger ist derweil auch im Einzel in der zweiten Runde ausgeschieden.

"Natürlich ist das extrem enttäuschend für mich. Mein Gegner hat sehr stark begonnen, mit diesem hohen Level hatte ich nicht gerechnet. Insgesamt war ich zu verkrampft und nicht leichtfüßig", analysierte Ovtcharov am Mittwoch das unerwartete WM-Aus. Der Olympia-Dritte wirkte auch nicht so präsent und kampfstark wie der aggressive Südkoreaner, der für einen Zweitrunden-Gegner eine Klasse-Partie ablieferte. "Ich hadere aber nicht mit der Auslosung, sondern mit meiner Leistung", betonte der 26 Jahre alte Ovtcharov.

Schwarzer Mittwoch

"Unsere beiden Medaillenhoffnungen sind gegen Granaten ausgeschieden", sagte Jörg Roßkopf. Der Bundestrainer kritisierte aber auch die Fehler im Spiel des Weltranglisten-Sechsten: "Dima hat seinem Gegner zu oft in die Rückhand gespielt. Das müssen wir analysieren." Sein WM-Aufgebot reduzierte sich an einem schwarzen Mittwoch für den DTTB auf das Düsseldorfer Duo Timo Boll und Patrick Franziska im Einzel.

Bastian Steger verspielte gegen den Ukrainer Kou Lei nach einer 2:0-Führung noch das Weiterkommen. Am Ende verlor der Oberpfälzer mit 2:4. "Ich hatte ihn eigentlich ganz gut im Griff und habe auch nicht schlecht gespielt", sagte der 34-Jährige nach dem Ausscheiden. "Mein Fehler war, dass ich den Sack nicht zugemacht habe." Im vierten Satz führte Steger mit 9:6 und nach dem 2:2-Ausgleich des Ukrainers lag er auch im fünften Abschnitt mit 8:4 vorne. "Aber wenn du solche Sätze nicht nach Hause bringst, kannst du einfach nichts machen", haderte Steger mit seinen Fehlern. Im letzten Satz ließ Kou Lei dem Oberpfälzer, der für Werder Bremen spielt, dann keine Chance mehr.
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