Tony Martin im Gelben Trikot

Tony Martin erfüllte sich am Dienstag einen Traum: Durch den Sieg auf der vierten Etappe der Tour de France übernahm er die Gesamtführung und holte sich damit das erste Gelbe Trikot seiner Karriere. Bild: dpa

Im vierten Anlauf hat es Tony Martin geschafft. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister holte sich mit unbändigem Willen sein erstes Gelbes Trikot. Martin siegte vor John Degenkolb, der den deutschen Doppelerfolg perfekt machte.

Tony Martin stieg voller Stolz das große Podium hinauf und schaute fast ein wenig ungläubig auf sein erstes Gelbes Trikot. "Ich bin so glücklich. Das ist mein schönster Tag bei der Tour de France. Ein unglaubliches Gefühl", sagte Martin, nachdem er am Ziel seiner Träume angelangt war. Ausgerechnet in der "Hölle des Nordens" auf dem so gefürchteten Kopfsteinpflaster holte sich der ewige Pechvogel mit einem "Sieg des Willens" sein erstes "Maillot jaune". Nicht einmal eine Reifenpanne und ein Wechsel auf ein fremdes Rad konnten Martin am Dienstag aufhalten.

Deutscher Doppelsieg

Nach all dem Pech, nach all der Tragik in den vergangenen Tagen fiel nach der 223,5 Kilometer langen Tortur auf der vierten Tour-Etappe von Seraing nach Cambrai eine tonnenschwere Last von Martins Schultern. "Ich habe nie aufgegeben. Das ganze Pech hat mich nur noch mehr motiviert. Ich war noch stark im Kopf und hatte noch ein wenig Power in den Beinen", ergänzte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister, der nach einer gewagten "Trotz-Attacke" 3,3 Kilometer vor dem Ziel im Alleingang vor seinem Freund John Degenkolb und Peter Sagan triumphierte. Damit löste er Christopher Froome an der Spitze der Gesamtwertung ab.

Martin ließ sich auf dieser längsten Tour-Etappe durch nichts und niemanden aufhalten. Sogar ein Reifenschaden 19 Kilometer vor dem Ziel brach seinen Willen nicht. Der 30-Jährige schnappte sich das Rad seines Teamkollegen Matteo Trentin und startete eine famose Aufholjagd. Dabei musste er höllisch aufpassen, denn an Trentins Rad waren die Bremsen umgekehrt montiert. In der Spitzengruppe angekommen, startete er die finale Attacke.

Martin liegt nun zwölf Sekunden vor Froome. Dann folgt Tejay van Garderen 25 Sekunden zurück. Von den Anwärtern auf den Toursieg ist Alberto Contador Achter (0:48). Vorjahressieger Vincenzo Nibali (1:50) und Nairo Quintana (2:08) liegen auf den Plätzen 13 und 17.

Am Mittwoch könnte es nach den spektakulären Tagen ein wenig ruhiger zugehen. Über 189,5 Kilometer von Arras nach Amiens sind keine größeren Schwierigkeiten zu erwarten, so dass es wohl zu einer Sprintentscheidung kommt.
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