Tony Martin nur drei Sekunden hinter Cancellara - André Greipel holt sich siebten ...
Zu früh über Gelb gefreut

André Greipel (Mitte) gewann am Sonntag die zweite Etappe der Tour de France. Bild: dpa
Tony Martin war den Tränen nahe. Seine Betreuer hatten bereits über das Gelbe Trikot gejubelt, ehe wenige Sekunden später die Ernüchterung einkehrte. Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden hatte Martin das so lang ersehnte erste "Maillot Jaune" seiner Karriere nur hauchdünn verpasste. "Das ist so bitter. Ich hatte auf Gelb gehofft, aber da kann man nichts machen", haderte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister mit dem unbarmherzigen Tour-Schicksal. Wenige Meter weiter jubelte dagegen sein deutscher Landsmann André Greipel, der die zweite Etappe bei der 102. Tour de France vor Peter Sagan (Slowakei) und Fabian Cancellara (Schweiz) im Sprint gewann.

Dieser dritte Platz brachte dem Eidgenossen vier Sekunden Zeitgutschrift und damit den ersten Platz vor Martin ein. Den Kampf um Gelb will Martin aber auch nach dem neuerlichen Nackenschlag nicht aufgeben: "Ich gebe mir mindestens noch sieben Tage, um hier um das Gelbe Trikot zu kämpfen." Drei Sekunden beträgt Martins Rückstand auf Cancellara, als nächste Chance wartet am Montag die "Mur von Huy".

"Unser Ziel war der Etappensieg. Cavendish war zu früh im Wind. Ich konnte sein Hinterrad halten und im richtigen Moment vorbeifahren", sagte Greipel, der erstmals auch das Grüne Trikot eroberte. Im letzten Moment zog Cancellara auch an Cavendish vorbei und holte damit zum 29. Mal das Gelbe Trikot.

Einen ersten Dämpfer mussten zwei der vier Topfavoriten einstecken: Vorjahressieger Vincenzo Nibali, dessen Astana-Team gleich zum Auftakt wegen des zu niedrigen Cortisol-Wertes von Lars Boom negativ aufgefallen war, und der kolumbianische Kletterspezialist Nairo Quintana verloren bei dem Windkantenrennen jeweils 1:28 Minuten auf die Spitzengruppe. Dagegen erreichten 2013-Champion Christopher Froome und Girosieger Alberto Contador das Ziel zusammen mit Martin.

Die dritte Etappe findet am Montag auf belgischem Terrain statt. Über 157 Kilometer geht es von Antwerpen nach Huy, wo der Schlussanstieg mit durchschnittlich 9,6 Prozent Steigung wartet.
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