Top-Ausgangsposition

Lars Stindl und André Schürrle hießen die Helden bei den Champions-League-Siegen von Gladbach und Wolfsburg am Mittwoch. Beide erzielten je zwei Tore für ihr Team. Nur einer der Matchwinner wollte sich jedoch nach dem Spiel äußern.

Die Ziele sind für die "Fohlen" und die "Wölfe" zum Greifen nah: Nach dem 2:0-Erfolg bei ZSKA Moskau kann sich der VfL Wolfsburg aus eigener Kraft für das Achtelfinale der Champions-League qualifizieren. Diese Chance hat Borussia Mönchengladbach nicht mehr. Doch das Team von Trainer André Schubert liegt durch den 4:2-Sieg gegen Angstgegner FC Sevilla nun in der Pole Position im Kampf um Platz drei in Gruppe D, der zur Teilnahme an der Europa-League berechtigt.

Optimistisch nach England

"Dieser Sieg wird in die Annalen eingehen, weil es unser erster in der Champions-League war", sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl im Anschluss an den berauschenden Triumph gegen Sevilla. "Wir können uns sehr auf das Spiel in Manchester freuen." Dort entscheidet sich am letzten Spieltag, ob Mönchengladbach auch nach der Winterpause international vertreten sein wird. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt Sevilla sein letztes Gruppenspiel gegen Juventus Turin nicht, ist Gladbach auf jeden Fall für die Europa-League qualifiziert. Schlagen die Spanier jedoch die Italiener, müssen auch die "Fohlen" bei Manchester City siegen, um auf Rang drei zu bleiben.

Mit Rechenspielen will sich Eberl nicht aufhalten. "Wir können nicht pokern, wir können nur ganz oder gar nicht", sagte Eberl. "Und im Moment ist da ziemlich viel Glanz dabei." "Wir fahren mit dem hohen Ziel nach Manchester, dort zu gewinnen", sagte auch Schubert selbstbewusst. Was vor ein paar Wochen noch als Hirngespinst des Fußball-Lehrers interpretiert worden wäre, ist spätestens nach dem beeindruckenden Auftritt der Fohlen-Elf gegen den Europa-League-Sieger nicht mehr unmöglich.

Beim 4:2-Torfestival brannten die Schubert-Schützlinge nach anfänglichen Schwierigkeiten ein Offensiv-Feuerwerk ab. Angetrieben vom überragenden Lars Stindl, der zwei Tore erzielte, erspielten sich die Gastgeber vor 45 177 Zuschauern im Borussia-Park vor allem nach dem Seitenwechsel Chancen im Minutentakt. "Wir wollten unbedingt zeigen, dass wir auch in der Champions-League gewinnen können", sagte Matchwinner Stindl.

Im Gegensatz zum Gladbacher wollte sich der Wolfsburger Held des Abends nicht äußern: André Schürrle, der in Moskau einen Treffer selbst erzielt und zudem das Eigentor des ZSKA-Keepers Igor Akinfejew mit seinem Schuss provoziert hatte, blieb stumm. Der Weltmeister lächelte auch bei der Rückreise vom Ort seines ganz persönlichen Triumphes alle Gesprächsanfragen beharrlich weg - so wie ihm zuvor in der kleinen Moskauer Chimki Arena sämtliche Begehrlichkeiten nur ein spitzbübisches Grinsen wert gewesen waren.

Dennoch war ihm die stille Freude, fast sogar Genugtuung über seinen Auftritt, der den VfL ganz nah an das erste Achtelfinale der Champions-League in der Clubgeschichte brachte, deutlich anzumerken. Auch VfL-Sportchef Klaus Allofs konnte nur mutmaßen, warum Schürrle öffentlich stumm blieb, nachdem er mit zehnmonatiger Verspätung endlich angedeutet hatte, warum der VW-Club im Januar 32 Millionen Euro für den damaligen Reservisten des FC Chelsea überwiesen hatte.
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