Top-Trio am Tiefpunkt

Andrea Petkovic verlässt enttäuscht den Platz: Die deutsche Nummer zwei machte am Dienstag mit ihrem Erstrunden-Aus bei den Australian Open die Pleitenserie der deutschen Top-Spielerinnen perfekt. Bereits am Montag waren Angelique Kerber und Sabine Lisicki gescheitert. Bild: dpa

So schlecht schnitt das deutsche Top-Trio Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Sabine Lisicki bei einem Grand-Slam-Turnier seit acht Jahren nicht mehr ab. Petkovic gab einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand - für Bundestrainerin Barbara Rittner ein "Riesen-Rückschritt".

Andrea Petkovic kämpfte auf dem Platz mit den Tränen. Die frustrierte Bundestrainerin Barbara Rittner sprach von einem "Riesen-Rückschritt". Nach einer völlig unerwarteten Pleitenserie zum Auftakt der neuen Tennis-Saison hat die Fed-Cup-Teamchefin am Dienstag in Melbourne von ihrem vermeintlichen Top-Trio eine schonungslos-selbstkritische Analyse des kollektiven Erstrunden-Scheiterns bei den Australian Open gefordert.

Einen Tag nach den Niederlagen der Weltranglisten-Neunten Angelique Kerber und der früheren Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki verabschiedete sich auch Petkovic als Nummer 13 der internationalen Branchenwertung frühzeitig vom ersten Grand Slam des Jahres 2015. Für die einzig erfreulichen Ergebnisse aus deutscher Sicht sorgten am zweiten Tag Routinier Benjamin Becker, Qualifikant Matthias Bachinger und Fed-Cup-Spielerin Mona Barthel mit ihren Erstrunden-Siegen.

"Gestern war schon ernüchternd, das habe ich noch gar nicht so richtig verarbeitet, und dann auch das noch", sagte Rittner gewohnt offenherzig, als sie sich nur wenige Minuten nach dem 7:5, 6:7 (4:7), 3:6 von Petkovic gegen Madison Brengle aus den USA den Fragen der deutschen Journalisten stellte.

Zweieinhalb Monate nach dem verkorksten Fed-Cup-Endspiel in Tschechien stehen ihre Führungskräfte vor einer ganz neuen Situation und Herausforderung. Erstmals seit den Australian Open im Jahr 2007 erreichte keine Spielerin aus dem Trio Kerber, Petkovic, Lisicki bei einem Grand-Slam-Turnier die zweite Runde. Einen derartigen Tiefpunkt der Spitzenakteure hat das deutsche Damen-Tennis seit Jahren nicht erlebt.

Die 27 Jahre alte Darmstädterin Petkovic gab gegen die Nummer 64 der Welt eine 5:3-Führung im zweiten Satz noch aus der Hand. Nach dem verlorenen Tiebreak entglitt ihr völlig die Kontrolle über das Spiel. "Mir hat in den entscheidenden Momenten das Selbstbewusstsein gefehlt", analysierte die Hessin. In Brisbane und Sydney war sie in der ersten Runde gescheitert, bei ihren Trainingseinheiten im Melbourne Park wirkte sie angespannt und unsicher.

Becker trifft auf Hewitt

In Runde zwei stehen Becker, Bachinger und Barthel - gegen attraktive Gegner. Der 33 Jahre alte Becker trifft auf den gleichaltrigen Australier Lleyton Hewitt. Bachinger bekommt es mit dem unbequemen Linkshänder Jarkko Nieminen aus Finnland zu tun und Barthel spielt gegen die tschechische Wimbledon- und Fed-Cup-Siegerin Petra Kvitova.
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