Tour-Direktor Prudhomme beim Team Bora-Argon 18 - Deutsche Etappen im Gespräch
Zweiter Traum für Schillinger?

Andreas Schillinger blickt erwartungsvoll dem neuen Jahr entgegen: Gut möglich, dass der Oberpfälzer Radprofi wieder bei der Tour de France in die Pedale tritt. Bild: dpa
Allein die Anwesenheit des Tour-Direktors Christian Prudhomme wurde als kleines Versprechen gewertet. Das deutsche Radsport-Team "Bora-Argon 18", für das auch Andreas Schillinger (Haselmühl) fährt, hat die Tour de France 2015 fest im Visier und hofft wie in diesem Jahr wieder auf eine Wildcard. Dennoch war Prudhommes Statement bei der Teampräsentation in Raubling bei Rosenheim eher unverbindlich. Eine definitive Startzusage konnte er dem Zweitligisten am Dienstag noch nicht geben.

Münster will Zuschlag

"Deutschland ist sehr wichtig für den Radsport. Das Team Bora hat sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und gezeigt, dass es einen Platz bei der Tour verdient hat", sagte der Tour-Chef, der bereits im Oktober Gast beim Münsterland-Giro war. Münster hofft auf den Zuschlag aus Frankreich für die Ausrichtung des "Grand Départ" für 2017. "Bad Homburg und das komplette Saarland haben sich als Etappenorte beworben", sagte Prudhomme.

Vielleicht will Prudhomme mit seinen Dauerbesuchen auch zeigen, das großes Interesse besteht, das Nachbarland wieder mehr für die Tour zu interessieren. Die ARD erwägt für das kommende Jahr eine Rückkehr in die Live-Berichterstattung, die wegen der Doping-Affären jahrelang nicht mehr stattgefunden hatte.

"Wir haben unser Team bestmöglich aufgestellt und hoffen, dass es wieder mit der Wildcard-Vergabe im Frühjahr klappt", sagte Teamchef Ralph Denk am Firmensitz des neuen Sponsors Bora. Prominenteste Neulinge in seiner Equipe sind der deutsche Rundfahrt-Spezialist Dominik Nerz und Björn Thurau, Sohn des einstigen "Tour-Helden" Dietrich Thurau. Über große Budgets kann Denk allerdings immer noch nicht verfügen. Sein Jahresetat bewegt sich bei geschätzten vier Millionen Euro.

Starke Platzierung Königs

Sein Team hatte in diesem Jahr als "NetApp-Endura" in Frankreich für Furore gesorgt. Leopold König war auf einen sensationellen siebten Rang gefahren. Der Tscheche verließ das Team allerdings in Richtung England, um zukünftig bei Sky an der Seite des Ex-Toursiegers Chris Froome zu fahren. Der Oberpfälzer Schillinger war bei seinem Tour-Debüt auf Rang 144 gelandet.

Auf einen möglichen Tour-Abstecher wird Deutschland noch etwas warten müssen. 2016 wird es ihn nicht geben, wie Prudhomme bestätigte. "Aber 2017 ist alles möglich", sagte der Franzose. "Die Strecke für 2016 ist in unserer Planung schon sehr weit fortgeschritten - da ist Deutschland nicht vorgesehen", sagte der Tour-Direktor, der mit seiner Rundfahrt 2015 zum zweiten Mal nacheinander im Ausland startet. Die 102. Frankreich-Rundfahrt beginnt am 4. Juli in Utrecht in den Niederlanden.
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