Triathlon
Unter Druck

Von den Triathleten fährt bis jetzt nur Anne Haug nach Rio. Sonst sieht es bei den deutschen Triathleten düster aus. Bild: dpa

Yokohama. Die deutschen Triathleten müssen bei den Olympischen Spielen wohl mit einem Mini-Team rechnen. Nur Anne Haug steht vor der vierten von neun Stationen der World Triathlon Series in Yokohama bislang als Rio-Fahrerin fest. Das Rennen in Japan ist die letzte Chance für die Athleten der Deutschen Triathlon Union (DTU), sich zumindest auf sportlichem Wege noch einen Platz im Olympia-Team zu holen - doch die Aussichten sind trübe.

"Hinfahren, Kopf frei haben, top performen und - auch wenn es komisch klingt - Spaß haben", gab Chefbundestrainer Ralf Ebli seinen Sportlern als Rat mit auf den Weg nach Asien. Die Vorgabe der DTU und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) lautet: ein Rang unter den ersten Acht. "Ich sehe die Chance, dass noch ein oder zwei Nominierungen dazukommen", meinte Ebli. Die Einschätzung ist beim Blick auf die Ergebnisse der deutschen Frauen in den bisherigen drei WM-Rennen der Saison schon recht optimistisch, bei den Männern klingt sie beinahe utopisch.

"Den Männern fehlt das Selbstvertrauen", meinte Ebli über die Nachfolger der Generation von 2008-Olympiasieger Jan Frodeno. "Im Verhältnis zu den Trainingsergebnissen haben sie unterperformt." Warum das so ist, kann sich kaum jemand im Trainerstab erklären.

Die deutschen Männer haben bereits in den WM-Rennen in Abu Dhabi und im australischen Gold Coast zwei Qualifikations-Möglichkeiten nicht genutzt. Beide Male ging es - wie nun in Yokohama - über die olympische Distanz mit 1500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern auf dem Rad und einem 10-Kilometer-Lauf. Nur Steffen Justus beendete beide Rennen - auf den Plätzen 36 und 18. Gregor Buchholz - die zweite Olympia-Hoffnung - musste zweimal aufgeben.

Die Frauen dürfen als Trio nach Brasilien reisen - zumindest theoretisch. Bislang schaffte nur Anne Haug die Qualifikation: durch ihren siebten Rang im olympischen Test-Wettkampf und die Leistungsbestätigung durch den vierten Platz beim WM-Rennen in Kapstadt.

Immerhin sind die Perspektiven bei den Frauen um einiges besser als bei ihren männlichen Kollegen. Vor allem Hanna Philippin und die zweimalige Junioren-Weltmeisterin Laura Lindemann haben schon angedeutet, dass sie sich doch noch die Tickets schnappen könnten.
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