Überflieger Holzdeppe

Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) setzt wieder zum Höhenflug an. Der Stabhochspringer jubelt bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg bereits während seines Sprungs über 5,94 Meter, der ihm den Titel einbrachte. Bild: dpa

Stabhochsprung-Weltmeister Holzdeppe ist in Topform, Kugelstoß-Ass David Storl sowieso. Hinter Robert Hartings Start in Peking steht weiter ein Fragezeichen. Speerwerferin Christina Obergföll, die vierte deutsche WM-Titelverteidigerin, ist rechtzeitig wieder fit.

Mit den Kugelstoß-Assen Christina Schwanitz und David Storl hat die deutsche Leichtathletik zwei Schwergewichte für die WM im "Vogelnest". Einen Monat vor den Titelkämpfen in Peking gab es bei den Meisterschaften am Wochenende in Nürnberg ansonsten nicht viele Überflieger: Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe allerdings jubelte ausgelassen nach einem Satz über 5,94 Meter und scheiterte nur knapp am deutschen Rekord von 6,02. Weiterhin offen ist der WM-Start von Diskus-Olympiasieger Robert Harting. Und Storl klagte über massive Knieprobleme.

Unangefochten setzte sich der zweifache Weltmeister am Sonntag vor 22 450 Zuschauern mit 21,47 Metern durch. "Der Zustand der Sehne ist wesentlich schlechter als vor der Operation", sagte der Leipziger aber nach seinem Wettkampf. Der 24-Jährige hatte sich nach der vergangenen Saison einem Eingriff an der entzündeten Patellasehne unterzogen und erhält noch regelmäßig Spritzen.

Harting-Jubel

Weiterhin Sorgen macht sich der DLV über Harting. Er hat eine Wildcard für die WM, der dreifache Weltmeister schaute aber in Nürnberg nach seinem Kreuzbandriss vom September nur zu - und jubelte auf der Tribüne: Seine Freundin Julia Fischer holte erstmals den Titel im Diskusring. Mit 65,98 Metern gewann die Berlinerin vor der früheren WM-Zweiten Nadine Müller (Leipzig/65,72). Bei den Männern blieb der Titel in der Harting-Familie: Roberts fünf Jahre jüngerer, aber sechs Zentimeter größerer Bruder Christoph besiegte mit 64,06 Metern in einem packenden Zweikampf den Magdeburger Martin Wierig (63,55).

Souverän und selbstbewusst präsentierte sich Kugelstoß-Europameisterin Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge. Als Weltjahres-Beste mit 20,77 angereist, ließ die 29-Jährige der Konkurrenz mit genau 20 Metern keine Chance. Auch Hammerwerferin Betty Heidler bleibt eine heiße Medaillenkandidatin für Peking. Die frühere Weltrekordlerin setzte sich mit 75,34 Metern klar durch und revanchierte sich für die Vorjahres-Niederlage gegen Kathrin Klaas.

Weltmeister Holzdeppe durfte sich erstmals als deutscher Freiluft-Meister feiern lassen. Nach einer ungemein schwierigen Hallensaison ist der 25-Jährige aus Zweibrücken wieder obenauf und fordert bei der WM vom 22. bis 30. August Frankreichs Olympiasieger und Weltrekordler Renaud Lavillenie heraus. Bei den starken deutschen Speerwerferinnen schlug Katharina Molitor (65,40 m) Weltmeisterin Christina Obergföll (64,11 m) , die ein Jahr nach der Geburt von Sohn Marlon wieder auf einem Top-Niveau ist.

Sprint-Ass Julian Reus machte am Samstag den Titel-Hattrick perfekt und verpasste seinen deutschen Rekord im Vorlauf nur um vier Hundertstel. Mit 10,12 Sekunden im 100-Meter-Finale setzte sich der 27-Jährige aus Wattenscheid souverän durch. Bereits im Vorlauf erfüllte er mit 10,09 die WM-Norm. Bei den Frauen eroberte die Mannheimerin Verena Sailer in 11,20 Sekunden bereits ihr achtes Gold im Kurzsprint.

Manuel Ziegler 7.

Aus Oberpfälzer Sicht ist der 7. Platz des Neustädters und Titelverteidigers Manuel Ziegler (LG Telis Finanz Regensburg) mit 15,38 m im Dreisprung zu erwähnen. Katharina Eich von der DJK Weiden verpasste über 200 m mit 24,10 Sekunden knapp das Finale.
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