Um Titel bei EM mitspielen

Kevin Volland (links), hier im Zweikampf mit dem Ukrainer Volodymyr Kostevych, brachte Deutschland in der 89. Minute mit 1:0 in Führung. Leonardo Bittencourt erzielte zwei Minuten später den 2:0-Endstand für das U-21-Team. Bild: dpa

Mit einem glanzlosen Sieg haben die deutschen U21-Fußballer die EM-Qualifikation perfekt gemacht. Jetzt gilt der Blick der Auslosung am 6. November in Prag. Titelverteidiger Spanien ist nicht dabei.

Ein kurzer Dank an die Fans, ein paar Jubelschreie im Kabinengang und anschließend schnelle Rückkehr ins Teamhotel: Für die deutschen U-21-Junioren war das Lösen des EM-Tickets nur noch eine Pflichtübung. "Natürlich sind wir froh, dass wir es geschafft haben, egal wie. Aber der Unterhaltungswert war relativ gering", bekannte Kapitän Kevin Volland, der mit seinem späten Treffer im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine doch noch den 2:0-Sieg einleitete. Leonardo Bittencourt erzielte in der Nachspielzeit den zweiten Treffer, damit war nach dem 3:0-Hinspielerfolg alles klar.

Für die EM im nächsten Jahr ist die Zielsetzung hoch: "Wir fahren da nicht hin, um nur teilzunehmen", versprach Trainer Horst Hrubesch. "Die Mannschaft hat das Format, um dort um den Titel mitzuspielen", befand der Coach. Zudem geht es um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016: "Da wollen wir natürlich hin", sagte Volland.

Favoriten fehlen

Dass die Teilnahme an der mit acht Teams stattfindenden Endrunde in Tschechien nicht selbstverständlich ist, zeigt das Ausscheiden einiger Favoriten. Sowohl Titelverteidiger Spanien als auch die Niederlande und Frankreich sind beim Turnier vom 17. bis 30. Juni nicht dabei. Für Hrubesch, der die U21 im Jahr 2009 zum EM-Titel geführt hat, ist das nicht unbedingt ein Vorteil. "Egal gegen wen wir spielen müssen bei der EM - die tun alle weh, ob das Serbien oder Tschechien ist. Da wird keiner leicht sein".

Allerdings glaubt Hrubesch auch, dass die anderen Teilnehmer seinem Team gerne aus dem Weg gehen würden. "Da werden uns nicht viele haben wollen", meinte der DFB-Coach. Die Auslosung findet am 6. November in Prag statt. Neben Gastgeber Tschechien sind drei weitere Teams gesetzt. Außerdem im Lostopf dabei: Rekordsieger Italien, England, Portugal, Dänemark, Schweden und Serbien. Hrubesch sieht der Einteilung gelassen entgegen: "Ich habe nichts gegen eine starke Gruppe, dann sind ja schon zwei gute Gegner weg, wenn wir weiterkommen."

Den Fahrplan zur EM hat der Coach mit seinem Team schon akribisch geplant. Starke Testspielgegner und eine Reise ins Gastgeberland stehen an den beiden nächsten Doppelspieltagen an. Zunächst tritt die DFB-Elf am 13. November in Ingolstadt gegen die Niederlande und fünf Tage später in Tschechien an. Im März gibt es zwei weitere Tests gegen die Endrundenteilnehmer Italien und England.

Große Auswahl an Spielern

Welches Team Hrubesch letztlich bei der Endrunde zur Verfügung steht, ist derzeit noch nicht abzusehen. Zumal der DFB im Juni nächsten Jahres auch mit einem Team bei der U-20-WM vertreten ist und am 13. Juni noch ein EM-Qualifikationsspiel der A-Nationalmannschaft ansteht. "Wir sind ja froh, wenn wir Spieler nach oben bringen, ob sie zurückkommen, bleibt mal dahingestellt", meinte der U-21-Coach. Zumindest in der Breite ist der Kader weitaus größer als zum Beispiel vor der EM 2009. "Damals hatten wir um die 22 Spieler, diesmal kann ich aus 35 bis 40 Spielern wählen", sagte Hrubesch.
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