Unerwartetes 0:2 der Augsburger gegen Mainz - Die "Kleinen" ärgern die Schwaben
Der Europa-Traum und die Realität

Augsburgs Jan-Ingwer Callsen-Bracker (links) und Caiuby waren sichtlich enttäuscht. Bild. dpa
Augsburg. (dpa) Auf dem Weg nach Europa hat der FC Augsburg noch ein paar Hürden zu nehmen - und die tückischsten heißen dabei wohl nicht Bayern, Schalke oder Mönchengladbach. Ihre internationale Reife müssen die schwäbischen Fußball-Überflieger gegen die vermeintlichen Außenseiter beweisen. Beim 0:2 (0:1) gegen den 1. FSV Mainz 05 gelang das wieder nicht. "Das ist nichts Neues", erklärte Offensiv-Antreiber Halil Altintop nach dem Rückschlag am Samstag, "wir tun uns schwer, wenn wir das Spiel machen müssen". Bei der selbst ausgerufenen Kür im langen Saisonfinish geht es für die schwäbischen Konter-Spezialisten nun darum, ein paar neue Varianten in die Offensive einzustreuen.

Gegen die abstiegsgefährdeten Mainzer fehlte nämlich ähnlich wie zuletzt schon beim 0:1 in Berlin die Durchschlagskraft. "Natürlich ist es schwer gegen einen Gegner, der mit acht oder zehn Mann am eigenen Sechzehner steht", räumte Trainer Markus Weinzierl ein. Von einem speziellen Dilemma seiner Schützlinge, die in Dortmund (1:0) und gegen Wolfsburg (1:0) noch für Furore sorgten, wollte er nichts wissen. "Das Phänomen gibt es nicht nur beim FC Augsburg", fand er. Was andere Mannschaften im oberen Tabellendrittel der Bundesliga seiner Truppe voraus haben, benennt Weinzierl selbst. "Vorne brauchst du Eins-gegen-eins-Spieler, die wir nicht haben", räumte er ein. Stürmer Dong-Won Ji blieb blass, vom eingewechselten Caiuby kam auch nichts und Joker Shawn Parker vermasselte die hundertprozentige Chance zum 1:1 (82. Minute). Wie es geht, zeigten vor 28 359 Zuschauern die Mainzer, die ihre wenigen Konterchancen zu den Toren von Shinji Okazaki (32.) und Ja-Cheol Koo (89.) nutzten.

Parker mit der Chance

"Zur Not musst du in so einem Spiel mal den einen oder anderen Diagonalball etwa auf Caiuby einstreuen", schlug Manager Stefan Reuter vor. "Da musst du versuchen, es zu erzwingen." Wie Trainer Weinzierl machte auch er die verpasste Gelegenheit von Parker, der den Ball nicht an Mainz-Keeper Loris Karius vorbeidrücken konnte, als mitentscheidend aus. "Ein Punkt wäre heute ganz nett gewesen."
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