Unglückliches Herzschlagfinale bei der WM
Achter wieder Zweiter

Der deutsche Doppelvierer durfte als einziges deutsches Bott über einen WM-Titel jubeln. Bild: dpa
Selbst Minuten nach dem Rennen verharrte die Crew noch immer regungslos im Boot. Und auch die Blumen von IOC-Präsident Thomas Bach und die Silbermedaille bei der anschließenden Siegerehrung spendeten dem Deutschland-Achter nur wenig Trost. Bei allem Stolz über die starke Leistung im Finale der Ruder-WM überwog der Frust. Denn das lange Warten auf den ersten großen Triumph seit London 2012 geht nach der neuerlichen WM-Niederlage gegen die Briten weiter. "Natürlich ist man enttäuscht, weil es so knapp war", bekannte Trainer Ralf Holtmeyer, fügte aber trotzig an: "Dann schlagen wir sie halt im nächsten Jahr."

Für das Team um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) wird das Dauerduell mit dem Erzrivalen aus Großbritannien mehr und mehr zur unendlichen Leidensgeschichte. Zum dritten Mal in Serie musste sich das DRV-Paradeboot bei den Titelkämpfen mit Rang zwei hinter den Briten begnügen. Diesmal fehlten nur 18/100-Sekunden zum Sieg. Der packende Zweikampf zum Abschluss der Regatta auf dem französischen Alpensee Aiguebelette begeisterte auch IOC-Präsident Bach: "Es war ein Herzschlagfinale. Zwischen beiden Booten geht es ja immer heiß her."

Die knappe Niederlage des Achters brachte die deutsche Flotte um eine noch bessere Gesamtbilanz. Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze fiel die Ausbeute in den 14 olympischen Klassen aber immerhin etwas besser aus als vor einem Jahr in Amsterdam (1-1-1). Für den einzigen WM-Triumph hatte der Männer-Doppelvierer am Samstag gesorgt. Weiteres Silber ging an den Frauen-Doppelvierer, Bronze an den Frauen-Doppelzweier. "Wir sind auf gutem Kurs, müssen im kommenden Jahr aber noch etwas zulegen", kommentierte DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

Nicht ganz im Soll lag die Flotte bei der Anzahl der Quotenplätze für Rio. Neun Teams buchten die Olympia-Tickets, fünf Boote müssen in die Nachqualifikation Ende Mai 2016 in Luzern.
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