Unter Schock
Wolfsburger können das Aus nicht fassen

André Schürrle frustriert im Bernabéu: Der VfL-Stürmer kann das Aus nicht verstehen. Bild: dpa

Madrid. Klaus Allofs versuchte sich nach Cristiano Ronaldos Lehrstunde als Aufbauhelfer für die am Boden zerstörten Profis des VfL Wolfsburg. Gut gelaunt lobte der Sportchef das Team für seinen Gesamtauftauftritt in der Champions-League. Doch schwante auch Allofs in den schweren Stunden im Stadion Santiago Bernabéu, dass es in der nächsten Saison womöglich gar nichts mit einem Auftritt in Europa wird. "Jetzt ist es wie bei Mensch-ärger-dich-nicht: Einmal aussetzen, dann gehts weiter", sagte er.

Allofs bot nach einem denkwürdigen Abend mit dem Ronaldo-Dreierpack zum 3:0-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel bei Real Madrid den Gegenpart zu seinen Spielern. Etliche Profis waren nicht mal mehr in der Lage, das Erlebte und Ronaldos Gala in Worte zu fassen. Allen voran Maximilian Arnold. Das Kinn bebte und die Lippen zitterten, als der 21-Jährige sein Fazit formulierte: "Wir sind ausgeschieden. Da können wir nicht sagen, dass das klasse war." Der Mittelfeldspieler musste sich zusammenreißen, um nicht völlig von seinen Gefühlen übermannt zu werden. Er gab sich eine Mitschuld an der Niederlage und dem Aus wegen seines Fehlers vor dem frühen 0:1 (16. Minute). Nach dem überraschenden 2:0 im Hinspiel hatte das Team doch fest an die historische Chance auf das erste Champions-League-Halbfinale geglaubt. Umso größer war der Frust, der Wucht im Bernabéu nicht gewachsen gewesen zu sein. Allofs stellte dem aber die Leistungen bis dahin entgegen. "Wir können unheimlich stolz sein über die Art und Weise, wie wir diese Champions-League gespielt haben. Auch heute, trotz der 0:3-Niederlage, bin ich nicht unzufrieden. Das muss die Mannschaft auch wissen", sagte er. Auch VfL-Coach Dieter Hecking betonte: "Wir haben eine fantastische Champions-League-Saison gespielt und haben uns auch heute im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gut bewegt."

Jetzt in Bremen


Das Kalkül von Allofs und Hecking ist klar: Angesichts des fürchterlichen emotionalen Zustands, in dem die Mannschaft um 3.43 Uhr am Mittwoch in Braunschweig landete, muss sie schnell wieder aufgerichtet werden. "Wir müssen den Kopf hochnehmen. Das ist die nächste Herausforderung, die diese Mannschaft bewältigen muss. Das wird nicht einfach", meinte Hecking, der in Bezug auf die Liga davon sprach, "vielleicht doch noch mal die Wende" zu schaffen. Am Samstag in Bremen soll nach seinem Willen der Grundstein dafür gelegt werden, den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Europa-League-Plätze aufzuholen.
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