USA
Internationale Pressestimmen zur Rücktrittsankündigung von Fifa-Präsident Joseph Blatter

"New York Times": "Was könnte im Kopf von Blatter, der die Fifa 17 Jahre wie ein Diktator führte, wunderbarer gewesen sein als vier weitere Jahre im Amt? Doch irgendetwas muss passiert sein zwischen Freitag und Dienstag, als er zurücktrat. Irgendetwas, furchtbar genug und besorgniserregend genug, um ihn Deckung suchen zu lassen."

"New York Daily News": "Sepp Blatters Rücktritt wird in der Fußballwelt als großartige Nachricht gesehen. (...) Warten Sie nicht auf einen Nachfolger, gehen Sie jetzt. Er hat vermutlich genug Geld auf die Seite geschafft, um bequem in den Schweizer Bergen zu leben oder auf einer der kleinen Inseln, von denen seine Stellvertreter Bestechungsgelder nahmen. Aber eine weniger bequeme Unterkunft ist auch möglich."

Frankreich

"Libération": "Fifa Nostra. Heiliger Blatter, er hat uns bis zum Ende lachen lassen. (...) Was werden die 133 Verbandschefs denken, die für ihn gestimmt haben?"

"Ouest-France": "Die überraschende Bekanntmachung hat die Wirkung einer Bombe für die Fußballwelt. Ein unfassbares Erdbeben nach den Maßstäben des Geschäfts Fußball. Er (Blatter) hielt sich für unzerstörbar, unbesiegbar, unverzichtbar."

Italien

"Corriere della Sera": "Blatter war ein großer Erneuerer. Er hat die Regeln des Fußballs geändert, um ihn spektakulärer zu machen, er hat die Umsätze mit Hilfe von Sponsoren vervielfacht, er hat die Fernsehrechte wie Gewicht von Gold verkauft, er hat die Fifa und die Fußball-WM modernisiert. Aber er hat den Fehler gemacht, sich unbesiegbar zu fühlen. Die WM an Russland und Katar zu vergeben, war sein Waterloo."

Großbritannien

"The Times": "Sepp Blatters Rücktritt war längst überfällig. Die Beweise der US-Ermittler scheinen zu bestätigen, dass die Fifa durch und durch verdorben war, und von einem Klüngel in einer Fünf-Sterne-Welt unter der nachsichtigen Aufsicht Blatters geführt wurde. Die Fifa muss nun einen unwahrscheinlich anmutenden Prozess einleiten, um einen ehrlichen Führer zu suchen."

Schweiz

"Tages-Anzeiger": "Blatter wäre der falsche Mann gewesen, um die Fifa in die Zukunft zu führen, dafür war sein Name schon lange viel zu sehr belastet. Nun geht der 79-Jährige, das System aber bleibt."

Russland

"Sport Express": "Der Rücktritt Blatters ist eine Tatsache, die für die russischen Interessen unangenehm und beunruhigend ist."

Niederlande

"Trouw": "Gestern kam gleich im Westen Europas die Hoffnung auf, dass die Fifa doch gesäubert werden könnte. Aber so weit ist es noch nicht. Nicht nur, weil Europa sich erst selbst noch bereinigen muss. Aber auch, weil mit Sepp Blatter ein Gegner weicht, der immer noch in der Lage ist, trotz seiner Niederlage andere nicht gewinnen zu lassen."

Schweden

"Svenska Dagbladet": "Es gab keinen anderen Weg, um der vergammelten, abgestandenen Korruptions-Kultur in der Fifa ein Ende zu setzen. Obwohl Blatter nicht eines Verbrechens verdächtigt wird, ist er als Chef verantwortlich. Jetzt muss der ganze Dreck an die Oberfläche, soll das Reinigungsbad wirklich etwas bewirken."

Brasilien

"Folha de São Paulo": "Der große Buhmann geht, der schlechte Geruch in der Fifa bleibt. Um die Fifa und ihre Diktatoren, die sich am Kommando abwechseln, zu verstehen, muss man zwei Faktoren berücksichtigen: Erstens das Geld, das die Organisation einnimmt und in Umlauf bringt. Zweitens die Struktur, mit der der Präsident gewählt wird."
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.