Vettels letztes Rennen im Red-Bull alles andere als optimal - Freude auf Ferrari
Abschied mit Frust

Sebastian Vettel bei seinem letzten Auftritt im Red-Bull-Outfit. Nächste Saison trägt der deutsche Formel-1-Pilot Ferrarirot. Bild: dpa
Die letzte Dienstfahrt im Red Bull war für Sebastian Vettel eine echte Qual. Als abgeschlagener Achter beendete der viermalige Formel-1-Weltmeister am Sonntag in Abu Dhabi sein Abschiedsrennen für den Rennstall, der ihn seit der Jugend gefördert und bei dem er zum Dauersieger gereift war. Weil sein Arbeitgeber regelwidrige Frontflügel an sein Auto geschraubt hatte, musste Vettel aus der Boxengasse starten und hatte nie eine echte Chance auf einen Podiumsplatz. "Ich habe nicht die beste Laune", räumte Vettel ein, der in der Fahrerwertung sieglos nur Fünfter wurde.

Schon zu Beginn des Abu-Dhabi-Ausflugs hatte Vettel öffentlich mit dem Kapitel Red Bull abgeschlossen, als sein Wechsel zu Ferrari nach wochenlangen Spekulationen verkündet wurde. Der 27-Jährige wirkte befreit, voller Vorfreude auf die neue Herausforderung als später Erbe seines Vorbilds Michael Schumacher. "Das war keine Entscheidung gegen Red Bull, sondern für meine Zukunft", versicherte Vettel.

Doch die Trennung verlief keineswegs im besten Einvernehmen. Vettels Bitte um eine vorzeitige Freigabe aus seinem bis 5. Dezember laufenden Vertrag, um schon vorher in Abu Dhabi für Ferrari testen zu können, verweigerte Red Bull. "Das ist schade. Erst war es erlaubt, dann doch nicht. Ich glaube, die Techniker hatten Panik, dass ich Geheimnisse ausplaudere", verriet Vettel hörbar verärgert.

Einstige Erfolgs-Ehe

Die Frustsaison 2014 mit Pannen und Pech vom ersten Testtag an hat die einstige Erfolgs-Ehe zerrüttet. Den einstigen Seriensieger Vettel nervten die Schwächen seines RB10 gewaltig. "Mit Sicherheit war es ein schwieriges Jahr, weil ungefähr alles schiefging, was schiefgehen konnte", klagte der Heppenheimer.

Die Teamspitze reagierte zunehmend irritiert auf die öffentlichen Vorwürfe ihrer Nummer 1. Als Vettel in Japan seinen Abschied verkündete, erklärte sein früherer Förderer Marko spitz, man habe "in zehn Minuten" den Russen Daniil Kwjat als Nachfolger gefunden. Auch Team-Besitzer Dietrich Mateschitz ließ wissen, er habe keine Notwendigkeit gesehen, Vettel aufzuhalten, und verwies auf "sehr hohe finanzielle Einsparungen" durch dessen Weggang.
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