VfL-Spaziergang nach Berlin

Luiz Gustavo (links) lässt sich von seinen Teamkollegen für sein Tor zum 2:0 feiern. Wolfsburg zieht mit dem klaren 4:0-Sieg in Bielefeld locker ins DFB-Pokalfinale ein. Bild: dpa

Borussia Dortmund gegen VfL Wolfsburg heißt das DFB-Pokalfinale 2015. Nach dem dramatischen Sieg des BVB im Elfmeterkrimi von München war das zweite Halbfinale eine klare Angelegenheit. Der Bundesligazweite aus Wolfsburg zeigte dem Drittligisten Bielefeld die Grenzen auf.

Der VfL Wolfsburg hat das Fußball-Märchen von Favoritenschreck Arminia Bielefeld jäh beendet und erstmals seit 20 Jahren wieder das DFB-Pokalfinale erreicht. Mit gnadenloser Effektivität siegte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking am Mittwoch beim Drittliga-Spitzenreiter 4:0 (2:0) und greift damit am 30. Mai im Finale gegen Borussia Dortmund nach dem DFB-Pokal. Für die Arminia ist dagegen die Pokal-Reise nach den sensationellen Siegen gegen die Bundesligisten Berlin, Bremen und Gladbach an der vorletzten Hürde gestoppt.

"Gänsehaut"-Atmosphäre

"Das ist ein großer Moment für die Mannschaft, den VfL und die Stadt Wolfsburg. Es ist sensationell, dass wir das geschafft haben. Das Finale gibt dem Club einen unglaublichen Schub", sagte Manager Klaus Allofs und lobte: "Die Mannschaft zeichnet der Zusammenhalt aus. Die Spieler sind nach schweren Zeiten erfolgshungrig und zeigen Moral." Auf der Gegenseite sprach unterdessen Florian Dick trotz der deutlichen Niederlage von "Gänsehaut"-Atmosphäre aufgrund der tollen Stimmung im Bielefelder Stadion. Zweimal Maximilian Arnold (8. und 54.), Luiz Gustavo (31.) und Ivan Perisic (51.) machten vor 26 137 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena den zweiten Final-Einzug perfekt. 1995 hatte der VfL beim bisher einzigen Finale 0:3 gegen Gladbach verloren. Für die Bielefelder geht es dagegen ab jetzt nur noch um die Zweitliga-Rückkehr, bereits am Samstag könnte gegen den Zweiten Holstein Kiel der vorentscheidende Schritt gelingen. "Wir haben noch ein Ziel. Wir sind Tabellenführer, aber wir sind noch nicht durch", sagte Dick.

Der VfL profitierte vom frühen Führungstor. Nach einem Fehlpass von Stephan Salger setzte Daniel Caligiuri seinen Teamkollegen Arnold gut in Szene. Der Youngster ließ Schwolow keine Chance. Mit der Führung im Rücken konnten die Wolfsburger ihr Spiel aufziehen. Scheiterte Ivan Perisic in der 27. Minute noch an Schwolow, war es vier Minuten später passiert. Nach einem Freistoß von Ricardo Rodriguez und einer Kopfball-Vorlage von Bas Dost nickte Luiz Gustavo zur 2:0-Führung ein.

Aufpassen mussten die Wolfsburger zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Florian Dick einen Freistoß aus fast 35 Metern an die Latte setzte und Klos den Ball anschließend über das Tor drosch (47.). Als die Bielefelder gerade wieder etwas Hoffnung schöpften, schlugen die Wölfe erneut zu. Nach einer Kombination über De Bruyne und Caligiuri war Perisic zur Stelle. Und es kam noch schlimmer: Arnold beseitigte nur vier Minuten später im zweiten Versuch letzte Zweifel am Endspiel-Einzug.
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