Vidal als Schweinsteiger-Ersatz

Arturo Vidal kann die Niederlage von Juventus Turin im Finale der Champions-League gegen den FC Barcelona nicht fassen. Im Trikot des FC Bayern will er es besser machen. Bild: dpa

Der FC Bayern hat nach dem Verkauf von Bastian Schweinsteiger rasch einen neuen Mittelfeldstar gefunden - Arturo Vidal von Juventus Turin.

Bitte lächeln. 28 Fußball-Profis strahlten in der Münchner Mittagshitze in die Kameras, nur den neuen Millionenstar Arturo Vidal bekamen die Fotografen noch nicht vor die Linse. Auf dem Mannschaftsfoto für die Saison 2015/16 fehlt der Chilene, auch nach China reiste der Mittelfeldstar von Juventus Turin am Donnerstag noch nicht mit dem FC Bayern.

Aber Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bestätigte vor dem Abflug am Abend in München den mit Juventus Turin und dem Spieler praktisch verabredeten Transfer zum deutschen Rekordmeister, auch wenn er ihn "Stand jetzt nicht als vollzogen vermelden" könne. "Details wie Transfervereinbarung oder Spielervertrag, so weit sind wir noch nicht. Da wird man noch Geduld haben müssen. Ich hoffe, dass am Ende des Tages der Spieler zu uns kommt", erklärte Rummenigge und hieß Vidal schon mal willkommen: "Er ist ein Mittelfeldspieler mit großen Qualitäten." Nur wenige Tage nach dem Verkauf des Fan-Idols Bastian Schweinsteiger hätte der Verein sportlich einen mehr als adäquaten Ersatz bekommen, zumal der 28 Jahre alte Vidal deutlich jünger ist als der fast 31-jährige Schweinsteiger.

"Durch Bastian Schweinsteiger haben wir einen wichtigen Spieler verloren. Es war klar, dass wir einen Typus dieser Art sehr gerne haben wollen. Wenn das mit Vidal klappt, würden wir einen guten Mann dazu kriegen", erläuterte Rummenigge.

Vidal ist der nächste Multi-Millionen-Transfer der Bayern in diesem Sommer. Vor Weltmeister Schweinsteiger, der für rund 15 Millionen Euro zu Manchester United ging, hatten die Bayern den Brasilianer Douglas Costa für 30 Millionen Euro von Schachtjor Donezk verpflichtet. Auf rund 35 Millionen wird die Ablöse von Vidal taxiert. Inklusive Bonusnachzahlungen könnte sie wohl bis auf 40 Millionen steigen. Damit würde der Ex-Leverkusener Vidal neben Javi Martinez (40 Millionen Euro) und Weltmeister Mario Götze (37 Millionen Euro) zu den teuersten Einkäufe in der Bayern-Historie.

Eingefädelt hatte den Transfer Bayerns Sportlicher Direktor Michael Reschke während seines Aufenthaltes bei der Copa América. Vidal gewann dabei jüngst in seinem Heimatland mit Chile den Titel. Reschke hatte Vidal als Jungprofi entdeckt und 2007 nach Leverkusen gelotst. Vidal bestritt bis 2011 für Leverkusen 117 Bundesligaspiele (15 Tore).

Mit Vidal erhöht sich die Qualität im Münchner Mittelfeld weiter. Der Chilene ist explosiv, kampf- und laufstark, aber auch technisch beschlagen und sehr präsent auf dem Platz. "Es ist kein Zufall, dass Juventus Turin mit ihm in den letzten vier Jahren viermal Meister geworden ist", sagte Rummenigge. Mit Juve verlor Vidal im Juni in Berlin das Champions-League-Finale gegen Barcelona. "Wenn er kommt, ist er sicher eine Verstärkung", sagte Weltmeister Jérôme Boateng.

Nach China soll Vidal nach Abschluss des Transfers nicht nachreisen. Auf der einwöchigen Marketing-Reise mit drei Testspielen fehlen auch die verletzten Franck Ribéry, Holger Badstuber, Dante, Jan Kirchhoff und auch Arjen Robben, der über muskuläre Probleme klagt. Ribéry musste beim Foto-Shooting am Donnerstag zur Schonung seines rechten Fußes sogar von Station zu Station gefahren werden. Beim Franzosen wird es noch länger dauern, bis er erstmal mit Vidal zusammenspielen wird.
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