Viel Fernsehgeld: Neidisch blicken deutsche Fußball-Vereine Richtung England - Diskussion über ...
Bundesliga an Weihnachten?

Nach dem jüngsten Milliarden-Deal der englischen Premier League nimmt die Debatte über die zukünftige Spielplan-Gestaltung in der Bundesliga richtig Fahrt auf. Wie DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bereits ankündigte, wird bei den Club-Verantwortlichen auch über "notfalls unpopuläre Maßnahmen" diskutiert. Es könnten je Spieltage mehr verschiedene Anstoßzeiten hinzukommen, was bei vielen Fans auf wenig Gegenliebe stößt.

In England ist ein entzerrter Spieltag Praxis. Die Premier League hatte in der vergangenen Woche 6,9 Milliarden Euro von den im Wettbewerb stehenden Fernsehanbieter eingespielt.

"Die Frage ist, ob wir uns den Luxus erlauben können, immer nur Nein zu sagen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge. Das Magazin berichtete in seiner aktuellen Ausgabe von angeblichen Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL), dass mit Blick auf den neuen Fernsehvertrag ab der Saison 2017/18 über Bundesligaspiele am Zweiten Weihnachtstag nachgedacht werde. Die DFL wollte sich zu den Spekulationen am Mittwoch nicht äußern.

Winterpause ein Vorteil

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl lehnt Fußball an Weihnachten ab. "Wir haben in Deutschland andere gelebte Daten und Traditionen", sagte Eberl. Rummenigge ist in dieser Frage gespalten. "Ich halte die Winterpause in der Bundesliga für einen Vorteil, speziell für die Nationalmannschaft", sagte der 59-Jährige. Allerdings verwies er zugleich auf den in der Premier League enorm populären Boxing Day am Zweiten Weihnachtstag. "Die Engländer haben ein Milliarden-Publikum und verdienen durch diese Spiele und die Auslandsvermarktung dramatisch viel Geld."

Eine Steigerung der Einnahmen in Deutschland ist nur dann möglich, wenn aus dem Bereich Pay-TV mehr Gelder fließen. Dass dafür die Sportschau in der ARD abgeschafft werden müsste, sieht Rummenigge nicht. "Bisher ist die Koexistenz von Sportschau und Pay-TV ganz gut gelungen", sagte der Bayern-Boss. Der "Sport Bild" zufolge erwägt die DFL auch die Einführung eines Montagsspiels. Eberl will sich einer weiteren Aufsplitterung des Spieltages generell nicht verschließen, "über alle anderen Dinge wie diese Montagsspiele" müsse diskutiert werden dürfen.

Bei den Fans stoßen die Überlegungen auf Ablehnung. Schon am Wochenende hatten sie sich gegen weitere Anstoßzeiten ausgesprochen. "Der aktuelle Stand ist für Fußballfans bereits eine absolute Zumutung", hieß es von der Organisation "IG Unsere Kurve".
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