Vier in Runde drei

Mona Barthel hat gekämpft - und es hat sich gelohnt. Die Deutsche hat erstmals den Einzug in die dritte Runde bei den US Open geschafft. Bild: dpa

Andrea Petkovic, Angelique Kerber und Sabine Lisicki haben es wie vor einem Jahr unter die besten 32 der US Open geschafft. Mona Barthel gelang dies zum ersten Mal.

Ein deutsches Damen-Tennis-Quartett hat der großen Hitze in New York getrotzt und ist in die dritte US-Open-Runde eingezogen. Andrea Petkovic verlor in der Sauna von Flushing Meadows nur kurz ihre Coolness, Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Mona Barthel setzten sich danach bei tropischen Bedingungen ebenfalls durch.

Petkovic machte am Donnerstag mit 6:3, 7:6 (7:4) gegen die Russin Jelena Wesnina den Anfang, Kerber folgte mit 7:5, 6:2 gegen die Südtirolerin Karin Knapp. "Ich bin erleichtert, dass ich das Match gewonnen habe. Nachdem ich mich umgezogen hatte, konnte ich die Sachen auswringen - Wahnsinn", sagte die Kielerin. Lisicki zeigte beim 6:4, 6:0 gegen die Italienerin Camila Giorgi dank ihres starken Aufschlags eine souveräne Vorstellung. Barthel schaffte beim 2:6, 6:2, 6:4 gegen die Weißrussin Olga Goworzowa erneut eine Aufholjagd und zog erstmals in Runde drei ein.

"Ich fand's megaheiß. Deswegen wollte ich so schnell wie möglich vom Platz und hätte heute fast das Gegenteil geschafft", sagte Petkovic nach dem dritten Sieg im fünften Vergleich gegen Wesnina, bei dem die bald 28-Jährige im zweiten Satz wutentbrannt ihren Schläger zertrümmerte. "Es war das erste Mal, dass es mir geholfen hat, den Schläger zu zerhacken", meinte Petkovic, die bei Temperaturen von mehr als 30 Grad anschließend einen 1:4-Rückstand noch umdrehte.

Die Weltranglisten-18. steht wie im Vorjahr unter den besten 32 und trifft am Samstag auf Johanna Konta. Vor vier Jahren hatte Petkovic an gleicher Stelle das Viertelfinale erreicht. Diesmal soll erstmals zumindest der Einzug ins Achtelfinale gelingen. Lisicki könnte mit einem Sieg über Barbora Strycova zum zweiten Mal nach 2011 das Achtelfinale der US Open erreichen.

Kerber will sich keinen Druck machen, zudem wartet nun die ehemalige Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka, gegen die sie noch nie gewann. "Ich freue mich auf die Herausforderung, das wird nicht einfach. Diesen Nervenkitzel liebe ich auch", meinte die 27-Jährige. Die Weißrussin stand 2012 und 2013 in New York im Finale, Kerber erreichte 2011 immerhin die Vorschlussrunde. Auf Außenplatz Nummer 5 geriet Kerber wie zuvor schon Petkovic mehr ins Schwitzen, als ihr recht war, und lag früh mit 1:3 in Rückstand. Die Weltranglisten-Elfte kam gegen die mit soliden Grundschlägen ausgestattete Knapp rechtzeitig auf die innere Betriebstemperatur und schaffte in der zähen Auseinandersetzung die Wende, auch dank etlicher Fehler von Knapp.

Barthel muss gegen die aus Usbekistan stammende Amerikanerin Varvara Lepchenko antreten. Wie schon in der ersten Runde siegte sie nach einem Rückstand, obwohl die Neumünsteranerin vor dem Turnier unter einem Magen-Darm-Effekt litt. "Ich denke, ich spiele im Moment gutes Tennis. Das Selbstvertrauen ist dazugekommen", sagte die 53. der Weltrangliste. Gegen die unangenehm zu spielende Lepchenko rechnet sie sich nach einer knappen Niederlage vor einigen Wochen etwas aus.
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