Volleyballerinnen: Trainer kündigt Konsequenzen an
Kritik an DVV-Team

Nach dem Absturz der deutschen Volleyballerinnen bei der WM in Italien hat Giovanni Guidetti seine Zukunft als Bundestrainer offengelassen. "Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, aber wenn ich am Ende von diesem Turnier merke, dass ich dieser Mannschaft nicht mehr helfen kann, dann spreche ich mit dem Präsidenten", sagte der 42-Jährige in Triest. "Dass in acht Jahren mal ein Turnier schlecht läuft, kann passieren." Ihn treibt nun die Frage um: "Kann ich der Mannschaft noch helfen?"

Diese WM ist neben den verpassten Qualifikationen für Olympia 2008 und 2012 die größte Delle in Guidettis Karriere als Bundestrainer. Die deutschen Volleyballerinnen haben von bislang sieben Spielen bei der Endrunde fünf verloren, dabei erstmals in der DVV-Historie vier WM-Partien nacheinander, und sind vorzeitig raus. In den letzten beiden Spielen gegen China (0:3) und Japan (2:3) war beim entzauberten EM-Zweiten zumindest eine Leistungssteigerung zu sehen. Guidetti ist seit Mai 2006 Bundestrainer. Erst im März hatte er seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

Ein vorzeitiger Abschied Guidettis kommt für Verbandschef Thomas Krohne aber nicht infrage. "Natürlich müssen wir die WM analysieren und herausfinden, woran es lag. Das werden wir gemeinsam mit Giovanni machen", erklärte der DVV-Chef. Bei der EM 2015 und bei Olympia 2016 wolle er wieder erfolgreiche Volleyballerinnen sehen, "ganz klar und ohne Wenn und Aber: natürlich mit Giovanni Guidetti."

Der Bundestrainer räumte indes ein, die Mannschaft mit dem Medaillenziel unter Umständen überfordert zu haben. "Die Mädels haben am Anfang mit zu viel Druck gespielt", analysierte er. "Vielleicht war das Ziel zu hoch." Guidetti betonte: "Ich nehme auch Schuld auf mich."
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