Vonn sammelt Kristallkugeln

Lindsey Vonn küsst die nächste Kugel: Am Mittwoch sicherte sich die US-Amerikanerin die Abfahrtswertung. Bild: dpa

Nach nur einer Medaille bei der Heim-WM in den USA hat Lindsey Vonn ihre Formkrise überstanden. Beim Weltcup-Finale der Skirennfahrer in Méribel sicherte sie sich ihren ersten Disziplinweltcup des Winters - ein weiterer Titel könnte am Donnerstag folgen.

Lindsey Vonn freute sich über Weltcup-Kristallkugel Nummer 18 nur kurz, sofort packte sie wieder der Ehrgeiz. "Ich habe einen neuen Trophäen-Kasten gebaut, der hat Platz für 23 Kugeln. Das ist ein großes Ziel", berichtete die US-Alpinikone in Méribel.

Dank ihres 66. Tagessieges im Ski-Weltcup hing die Rekordhalterin ihre Konkurrentinnen am Mittwoch auch in der Abfahrts-Gesamtwertung ab. Der siebte Erfolg in dieser Kategorie tat besonders gut angesichts zweier Kreuzbandrisse, die die 30-Jährige zwischenzeitlich vom Weg abgebracht hatten. "Nach zwei Jahren fast ohne Rennen und zwei großen Operationen zurück zu sein, ist schön", sagte sie.

Mit der Hand auf der Brust und der Sonnenbrille im Gesicht genoss die bei ihrer Heim-WM im Februar noch so enttäuschte Ausnahmeathletin die Nationalhymne. Ausgelassene Partystimmung kam aber nicht auf. Schon am Donnerstag möchte Vonn einen weiteren Disziplinweltcup-Sieg nachlegen, im Super-G führt sie zurzeit knapp vor der Österreicherin Anna Fenninger. Der große Druck sei immerhin weg, kommentierte Vonn. "Ich habe schon eine Kugel. Aber natürlich will ich noch eine holen."

Kjetil Jansrud hat das schon geschafft. Nach seinem vorzeitigen Erfolg im Super-G-Weltcup vor eineinhalb Wochen entschied der 29 Jahre alte Norweger nun auch die Abfahrtswertung für sich. In Frankreich dominierte Jansrud das Rennen und gewann vor Didier Défago aus der Schweiz und dem Österreicher Georg Streitberger. Sein ärgster Verfolger, Streitbergers Landsmann Hannes Reichelt, kam nicht über Rang zehn hinaus und verspielte all seine Chancen. "Ich habe gewusst: Wenn ich im Ziel vorne bin, dann habe ich die Kugel", sagte Jansrud. Für die norwegischen Alpinen war es der dritte Sieg in der Abfahrtswertung bei den Herren hintereinander.

In den Vorjahren hatte jeweils der zuletzt lange verletzte Aksel Lund Svindal ganz vorn gelegen. Jansrud war das völlig egal. "Die Kugel ist jetzt meine. Wer vorher gewonnen hat, ist mir total gleich!"
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