Vorsitzender: keine Diffamierungen und Entgleisungen
SV wehrt sich gegen Vorwürfe

SV-Vorsitzender Herbert Schaumberger: "Sie können mir glauben, dass ich ständig daran arbeite, unsere Unschuld zu beweisen."
Schönhaid. (kro) Unsportliche Diffamierungen, rassistische Entgleisungen am Spielfeld: Die Anschuldigungen wiegen schwer. Der SV Schönhaid weist sie energisch zurück. Und auch Bürgermeister Toni Dutz stellt sich hinter die Schönhaider Fußballer.

SV-Vorsitzender Herbert Schaumberger bezog in der Jahreshauptversammlung am Freitag Position. Klar widersprach er den Vorwürfen, im Spiel des SV Schönhaid gegen den FC Tirschenreuth am 12. Oktober 2014 seien rassistische Äußerungen gefallen. Mit solchem Gedankengut habe der SV nichts zu tun. "Auch mit Pegida haben und werden wir nichts am Hut haben. Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Organisationen."

Noch stärker in der Öffentlichkeit äußern will sich Schaumberger, "wenn eine endgültige Entscheidung in diesem Fall gefallen ist". Sollte der SV Schönhaid vor dem Verbandssportgericht in München Recht bekommen, wovon der SV-Vorsitzende ausgeht, werde er mit voller Härte gegen die vorgebrachten Anschuldigungen vorgehen, notfalls auch privatrechtlich. Eine Entscheidung des Sportgerichts soll aller Voraussicht nach heute fallen.

Imageschaden

Dem SV Schönhaid sei durch die Rassismus-Vorwürfe ein enormer Imageschaden entstanden, der gravierende Auswirkungen auf den Verein haben könne. Dieser Fall, so Schaumberger, fülle nun schon 78 Seiten. Schaumberger an die Mitglieder: "Sie können mir glauben, dass ich ständig daran arbeite, unsere Unschuld zu beweisen. Das ist überhaupt das Schwierigste, beweisen zu müssen oder sollen, dass man etwas nicht getan hat." Herbert Schaumberger zur Sportgerichtsbarkeit: "Es sollte schon so sein, dass man einem Angeklagten die Schuld beweisen muss, und nicht umgekehrt." Der Schiedsrichter selbst habe keine Meldung abgegeben. Vom SV Schönhaid sei bisher noch niemand gehört worden, klagte Schaumberger und berichtete den Mitgliedern, dass er sogar schon Morddrohungen erhalten habe. Er dankte allen, die ihn und den Verein "in dieser schwierigen Situation unterstützen".

Karl Rößler, seit rund vier Monaten beim SV Schönhaid wieder als Trainer im Amt, verwies darauf, dass er bei dem Spiel im Oktober dabei gewesen sei. "Ich war höchstens 10 bis 15 Meter vom Spiel weg." Auch der Schiedsrichter habe nichts gesehen oder gehört. Erst drei Wochen später, auf Aufforderung des Sportgerichts, sei eine Meldung des Schiedsrichters eingegangen. Dass nun zwei Spieler gesperrt worden seien und der SV Schönhaid eine saftige Geldstrafe bezahlen müsse, sei nicht nachvollziehbar.

Nichts Außergewöhnliches

Rößler verdeutlichte am Freitag: "Es war ein ganz normales Fußballspiel mit Fouls und allem, was dazu gehört. Auch mit manchen Zuschauerrufen, so wie es halt auf einem Fußballplatz üblich ist. Ich war dabei. Glauben Sie mir, es war nichts, nichts Außergewöhnliches." Wenn man auf dem Fußballplatz keine Emotionen mehr zeigen dürfe, dann könne man gleich zusperren. Beim Bezirkssportgericht sei den Aussagen der FC-Spieler mehr Glauben geschenkt worden, "weil diese unterschiedlich und widersprüchlich waren". Bei den Spielern des SV Schönhaid seien die Aussagen gleich gewesen, "weil ja auch nichts war".

Bürgermeister Toni Dutz ärgerte, dass Stimmung gegen den SV Schönhaid gemacht werde, ohne dass sich dieser wehren könne. Bis zu einem Urteilsspruch sei man unschuldig. Einen Skandal nannte Dutz, dass Vertreter des SV Schönhaid vor dem Sportgericht nicht gehört worden seien. Dutz forderte, den Fall neu aufzurollen. Der Wiesauer Bürgermeister versicherte: "Ich stehe knallhart hinter euch." Er empfahl zu kämpfen: "Ihr dürft dies nicht auf euch sitzen lassen. Wir müssen zusammenstehen." Die Marktgemeinde stelle sich hinter den SV Schönhaid. "Wir lassen den SV Schönhaid nicht in eine Ecke drängen." Der Bürgermeister verhehlte nicht, dass auf den Fußballfeldern manchmal derbe Sprüche fielen; aber das gehöre zum Fußball dazu. "Wo gehobelt wird, fallen auch Späne."

Vorsitzender Herbert Schaumberger zur Position des Bürgermeisters: "Es tut gut, wenn man weiß, dass die Gemeinde hinter uns steht."

Dass die Anschuldigungen auch wirtschaftliche Folgen hätten, verdeutlichte die Aussage von Spielleiter Peter Fröhlich: Ein Sponsor habe dem SV Schönhaid neue Trikots bezahlen wollen. Jedoch will der erst das Urteil abwarten.
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