Wäre mehr drin gewesen

Viktoria Rebensburg hat zwar auf der Strecke einige Zehntel Sekunden liegengelassen, aber es reichte für Platz drei. Ohne diese kleinen Fehler wäre sogar der Sieg in der Abfahrt möglich gewesen. Bild: dpa

Im Nachholrennen für die in Bad Kleinkirchheim abgesagte Abfahrt wurde Viktoria Rebensburg Dritte. US-Star Lindsey Vonn verpasste in Cortina dagegen nicht nur das Podest, sondern auch einen Rekord. Die Schweizer Fans feierten bei der Kombination in Wengen einen Heimsieg.

Viktoria Rebensburg strahlte nach ihrem dritten Platz mit Blumen in der Hand, Lindsey Vonn dagegen sah nach dem deutlich verpassten Rekordsieg mitgenommen aus. Fassungslos blickte der US-Skistar nach der Abfahrt von Cortina d'Ampezzo auf die Anzeigetafel, die 0,88 Sekunden Rückstand auf Siegerin Elena Fanchini aus Italien reichten am Ende nur zu Rang zehn. Bis zu den TV-Interviews hatte sich die 30-Jährige aber schon wieder herausgeputzt und richtete den Blick nach vorne. "Heute war nicht mein Tag", meinte sie am Freitag, "ich war überrascht, wie neblig es war. Aber morgen ist noch ein Rennen."

Falls das Wetter in den Dolomiten mitspielt, hat Vonn gar noch zwei Gelegenheiten, schon in Italien die 35 Jahre alte Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll einzustellen: 62 Siege im Weltcup. "Der Druck wird bleiben bis ich den Rekord breche", prognostizierte die Freundin von Golfstar Tiger Woods vor der anstehenden Abfahrt (Samstag) und dem Super-G (Sonntag). Zweite wurde die Kanadierin Larisa Yurkiw.

Luftlinie rund 320 Kilometer weiter westlich stehen in Wengen am Wochenende ein Slalom und die legendäre Lauberhorn-Abfahrt auf dem Programm. In der Schussfahrt am Sonntag will auch Josef Ferstl seinen Aufwärtstrend fortsetzen - in der Kombination am Freitag mit dem ungewohnten Torlauf zum Abschluss war für ihn daher insbesondere die Abfahrt zu Beginn wichtig. Auf die Gesamtzeit von Sieger Carlo Janka aus der Schweiz fehlten Ferstl am Ende 5,11 Sekunden - Platz 24. "Mein Ziel war ins Ziel kommen, ich habe auch nicht allzu viel riskiert", berichtete Ferstl. Zweiter in der Schweiz wurde der Franzose Victor Muffat-Jeandet vor dem kroatischen Olympia-Zweiten Ivica Kostelic.

Neben Ferstl und dem noch verletzten Stefan Luitz sind auch Felix Neureuther und Fritz Dopfer für die in zweieinhalb Wochen beginnende WM qualifiziert. Bei den Frauen hat dagegen nur Rebensburg die Vorgabe des Deutschen Skiverbands erfüllt. Nach Colorado fliegen kann sie mit dem Wissen um eine gute Speedform.

Das demonstrierte sie auch in Cortina. "Ich bin natürlich super happy", meinte die Olympiasiegerin von 2010, die im Ziel erst noch haderte, "dass ich unten nicht so sauber gefahren bin und die Schwünge nicht durchgezogen habe". Dank des zweiten Podestplatzes im WM-Winter schob sich die 25-Jährige in der Abfahrtswertung an der Slowenin Tina Maze vorbei auf Rang zwei.

Erste ist Vonn - die trotz der Trainingsbestzeit auf der verkürzten Olympia-Strecke nicht zurechtkam. "Mich wundert es schon, dass alle so viel verloren haben", meinte Rebensburg in ihrer Analyse der besten Startgruppe, aus der nur Siegerin Fanchini überzeugte. Die Italienerin stand bei der Siegerehrung gerührt auf dem Podest, Rebensburg spritzte gelöst mit Schampus um sich.

"Dass es für Platz drei gereicht hat, ist zufriedenstellend", meinte Damen-Cheftrainer Markus Anwander gewohnt sachlich und fand, dass für Rebensburg auch der Sieg drin gewesen wäre. "Im unteren Teil hat sie das ein oder andere Zehntel verloren. Sie war wahrscheinlich nicht aggressiv genug. Aber ihre Startnummer war sicherlich ein Vorteil." Die zweite deutsche Starterin, Veronique Hronek, landete auf Rang 43.
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