Wahnsinns-Vicky: Silber nach Aufholjagd

Viktoria Rebensburg hat sich selbst übertroffen: Im ersten Durchgang noch auf Platz elf gelegen, startete sie bis auf Rang zwei durch und holte sich die Vize-Weltmeisterschaft Bild: dpa

Sekt oder Selters: Viktoria Rebensburg holt nach einem tollen zweiten Lauf WM-Silber im Riesenslalom. Es ist ihr erstes Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft.

In der Box der Führenden musste Viktoria Rebensburg lange zittern - am Ende jubelte sie mit hochgerissenen Armen über Silber. Die Olympiasiegerin von 2010 nutzte in den Rocky Mountains ihre letzte Chance und holte im Riesenslalom am Donnerstag die erste WM-Medaille ihrer Karriere. Zudem war es die erste Plakette für den Deutschen Skiverband bei den bislang eher enttäuschend verlaufenen alpinen Titelkämpfen in Vail und Beaver Creek. Schneller als die 25-Jährige aus Kreuth war in Beaver Creek nur Anna Fenninger aus Österreich.

"Ich habe gewusst, dass ich gut drauf bin. Ich habe Vollgas gegeben, jetzt genieße ich das", sagte Rebensburg nach ihrem Coup. Als Elfte des ersten Durchgangs ging sie ins Finale und kam dort mit klarer Bestzeit ins Ziel. Zehn weitere Fahrerinnen warteten aber noch am Start, Rebensburg verfolgte die Konkurrentinnen erst cool mit Sonnenbrille und einem Energydrink in der Hand. "Sekt oder Selters", kündigte sie an. Als Lindell-Vikarby langsamer war, hatte sie Bronze sicher - und wenig später sogar Silber.

Schon nach dem ersten Lauf hatte Rebensburg dank eines neuen Skis eine klare Verbesserung ausgemacht. "Natürlich ist es nicht so leicht, mit einem neuen Setup zu fahren. Ich habe noch nicht gewusst, wo mein Limit ist", kommentierte sie als Halbzeit-Elfte. Die 25-Jährige kündigte an, im zweiten Durchgang noch mal "voll zu attackieren". Das gelang.

Die US-Skistars dagegen blieben vor heimischem Publikum erneut hinter den eigenen Erwartungen. Lindsey Vonn konnte ihre schwache WM-Bilanz im Riesentorlauf wie erwartet nicht mehr aufpolieren. Die 30-Jährige fuhr weit hinterher und beendete das Rennen in ihrer Heimat auf Platz 14. Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, die im WM-Winter bereits in Sölden einen Riesentorlauf gewonnen hatte, spielte im Kampf um die vorderen Plätze überraschenderweise ebenfalls keine Rolle.

Riesenslalom-Ergebnis

1. Anna Fenninger (Österreich) 2:19,16 (1:08,98/1:10,18) Min. 2. Viktoria Rebensburg (Kreuth) 2:20,56 (1:10,68/1:09,88) 3. Jessica Lindell-Vikarby (Schweden) 2:20,65 (1:09,88/1:10,77) 4. Tina Weirather (Liechtenstein) 2:20,71 (1:10,33/1:10,38); 5. Tina Maze (Slowenien) 2:20,90 (1:10,08/1:10,82); 6. Michaela Kirchgasser (Österreich) 2:20,91 (1:09,79/1:11,12); 7. Kathrin Zettel (Österreich) 2:21,31 (1:10,70/1:10,61); 8. Mikaela Shiffrin (USA) 2:21,63 (1:10,70/1:10,93); 9. Maria Pietilä-Holmner (Schweden) 2:21,84 (1:10,63/1:11,21); 10. Sara Hector (Schweden) 2:21,96 (1:10,67/1:11,29)
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