Wasserball
Sprungbrett für Olympia

Belgrad. Olympia ist das große Ziel für die deutschen Wasserballer. Bei den Europameisterschaften in Belgrad wollen sie einen wichtigen Schritt Richtung Rio machen. Am Sonntag stehen in der serbischen Hauptstadt die ersten Spiele an, die deutschen Männer und Frauen greifen am Montag in das Geschehen ein. Die Männer waren zuletzt 2008 bei Olympia dabei, die Frauen in ihrer kurzen Olympia-Historie noch nie. Ein Platz unter den ersten Acht ist das erklärte und realistische Ziel des Herren-Teams, das sich damit den Start beim Olympia-Qualifikationsturnier sichern würde. Auch die Frauen wollen ebenfalls unter die ersten Acht kommen und sich für die Olympia-Ausscheidung qualifizieren.

EM-Chancen

Um den Titel geht es für beide nicht, aber ein Top-8-Rang für die Männer ist greifbar. Beim letzten Testturnier in Dubrovnik überraschten sie mit einem 10:9-Erfolg über Olympiasieger Kroatien. "Dieser Sieg stimmt optimistisch", sagte Trainer Patrick Weissinger, der als Spieler 2004 Olympia-Fünfter wurde. Bei den Damen wird vor allem das Spiel gegen Gastgeber Serbien eine Schlüsselpartie.

Weg nach Rio

Um es direkt zu schaffen, müssten beide Mannschaften Europameister werden. Das wäre jeweils eine Sensation. Deshalb gelten die Qualifikationsturniere für die Frauen in den Niederlanden (21. bis 28. März) und für die Männer im italienischen Triest (3. bis 10. April) als ausgemachtes Ziel. Jeweils fünf noch nicht qualifizierte Teams schaffen den Sprung dorthin.

Titelanwärter

Bei den Männern ist Weltmeister Serbien der haushohe Favorit, der Gastgeber strebt seinen dritten Titel in Serie an. Daneben gelten Vize-Weltmeister Kroatien, der Olympiazweite Italien, Rekordeuropameister Ungarn sowie der WM-Dritte Griechenland zu den Mitfavoriten. Bei den Frauen sind Titelverteidiger Spanien, Vizeweltmeister Niederlande und der fünffache Rekordsieger Italien die Favoriten.

Deutscher Kader

Nein. Kapitän Moritz Oeler und Centerspieler Andreas Schlotterbeck fehlen verletzt. Als Neulinge wurden die im Oktober 2015 eingebürgerten Mateo Cuk (Kroatien) und Marin Restovic (Montenegro) berufen.

EM-Besonderheiten

Erstmals werden die Titelkämpfe in einer großen Veranstaltungshalle ausgetragen. Zum Vorrundenspiel zwischen Gastgeber Serbien und Nachbar Kroatien werden über 11 000 Zuschauer erwartet. Dies wäre die größte Zuschauerzahl bei einem Wasserballspiel. Insgesamt haben sich 16 Männer- und zwölf Frauen-Mannschaften qualifiziert. Mehr EM-Teams gab es noch nie.
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