Weidens Ex-Trainer Gino Lettieri will sich mit MSV Duisburg in Liga zwei behaupten - Kontakte ...
Die Zebras sind keine grauen Mäuse

Der Duisburger Trainer Gino Lettieri ist immer engagiert an der Außenlinie, wie hier am vergangenen Freitag im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Ex-Coach der SpVgg Weiden erwartet in der zweiten Liga einen harten Abstiegskampf. Bild: dpa
Duisburg. (mr) "Weiter, immer weiter", dieses Motto von Oliver Kahn passt auch zu Gino Lettieri ganz gut. Nachdem der in München geborene Deutsch-Italiener schon früh seine Fußball-Karriere beenden musste, bastelte er akribisch an seiner Trainer-Laufbahn. Augsburg, Burghausen oder SpVgg Weiden waren nur einige seiner Stationen auf Amateur-Bänken. Mittlerweile hat der 48-Jährige seinen Platz im Profifußball gefunden. Im Sommer feierte er mit dem MSV Duisburg die Rückkehr in die zweite Fußball-Bundesliga. Im Interview mit unserer Zeitung spricht der Trainer der Zebras über den Fußball im Ruhrpott, Perfektionismus und seine Zeit auf und neben den Oberpfälzer Fußballplätzen.

Hallo Herr Lettieri, die Euphorie war vor dem ersten Spiel in Duisburg riesig. Mussten Sie nach dem 1:3-Auftakt gegen Kaiserslautern Ihre Jungs mental lange wieder aufbauen?

Lettieri: Nach jeder Niederlage braucht man etwas Zeit, sie aufzuarbeiten. Wir haben in diesem Spiel Lehrgeld bezahlt. Wir haben den Lauterern die drei Tore aufgelegt.

Zeit zum Grübeln hatten die Jungs eh nicht mehr. Am Samstag steht schon der Revierknaller beim VfL Bochum auf dem Programm ...

Lettieri: Das geht jetzt Schlag auf Schlag. In diesem Jahr ist es ohnehin eine zweite Bundesliga, in der ein Höhepunkt den nächsten jagt.

Duisburg war vor einigen Jahren am Boden, jetzt galoppieren die Zebras wieder munter durch die Fußball-Landschaft. Dennoch dürfte aber nur der Nichtabstieg das Ziel sein, oder?

Lettieri: Wir haben sicherlich nicht die Möglichkeiten wie andere Vereine. Wir haben mit den kleinsten Etat in der zweiten Bundesliga. Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein.

Die Euphorie in Duisburg ist nach der Zweitliga-Rückkehr riesig, dennoch wird im Zusammenhang mit dem MSV immer wieder von einer grauen Maus gesprochen. Wie passt das zusammen?

Lettieri: Da spielt natürlich der Lizenz-Entzug von vor zwei Jahren eine große Rolle. Der Verein war am Boden, ein Schuldenschnitt folgte. Die zwei Spielzeiten in der dritten Liga waren auch nicht einfach. Da musste man kleinere Brötchen backen. Zudem muss man bedenken, dass mit Schalke, Dortmund oder auch Gladbach richtige Kaliber gleich um die Ecke liegen. Aber ich denke, vom Namen und von der Infrastruktur her ist der MSV eine richtig große Nummer, auch was das Fanpotenzial betrifft.

Sie gelten als Perfektionist. Stört Sie dieses Image manchmal?

Lettieri: Also ich bin ja nun nicht einer, der im Training mit dem Maßstab rumläuft. Aber wenn wir taktische Übungen machen oder Spielformen einstudieren, dann muss das ja auch im Training so spielnah wie möglich geschehen. Darauf lege ich sehr großen Wert.

Sie trainierten von Dezember 2007 an gut zwei Jahre die SpVgg Weiden. Gibt es noch Kontakte ans Wasserwerk?

Lettieri: Von der alten Führungsmannschaft ist nach dem Neubeginn ja niemand mehr da. Ich verfolge schon immer, wie die SpVgg SV spielt. Auch wenn ich zu Hause bin. Meine Familie wohnt ja weiter in Bayreuth. Ab und an Kontakt habe ich noch mit Reinhold Schlecht, dem jetzigen Mitterteicher Trainer. Er war ja damals Sportlicher Leiter.

In Weiden gaben Sie am Spielfeldrand die Kommandos, in Poppenreuth (Kreis Tirschenreuth) beim SV auch auf dem Platz. Sie spielten bis Mai 2014 auch für den SV. Liegt Ihr Spielerpass noch dort?

Lettieri: Ja, der ist noch bei den Poppenreuthern, die jetzt in die Landesliga aufgestiegen sind.

Da könnten Sie ja nochmal eingreifen?

Lettieri: Na klar, ich will auf jeden Fall ein Landesliga-Spiel machen. Mit mir sind die Poppenreuther ohnehin immer aufgestiegen (lacht). Aber das wird zeitlich wohl nicht klappen, mal mitzuspielen.
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