Weltfußballer-Duell zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi ein Flop
Viel Lärm um wenig

Mit Spannung erwartet, aber das Aufeinandertreffen von Cristiano Ronaldo (links) und Lionel Messi war ein Flop. Bild: dpa
Im "Theater der Träume" von Manchester war alles angerichtet für eine große Aufführung, nur die Hauptdarsteller spielten nicht mit. Als im Prestigeduell Portugal gegen Argentinien die Entscheidung fiel, hatten die Weltfußballer Lionel Messi und Cristiano Ronaldo die Bühne im Old-Trafford-Stadion längst verlassen.

Während bei Portugals 1:0-Sieg für die Superstars der Vorhang schon zur Halbzeit fiel, genoss 330 Kilometer südlich Manchester United Star Wayne Rooney die Ovationen des Londoner Publikums in vollen Zügen. Mit zwei Treffern beim 3:1 gegen Erzrivale Schottland setzte Englands Top-Stürmer seine Jagd nach dem nationalen Torrekord fort.

Wie im falschen Film musste sich derweil Jürgen Klinsmann in Dublin vorkommen. Mit dem deprimierenden 1:4 in Irland blieben seine US-Boys zum vierten Mal nacheinander sieglos - das hatte es in der Amtszeit des Schwaben noch nicht gegeben. Dagegen behielt Brasilien unter Coach Carlos Dunga seine blütenweiße Weste. Der Hoffenheimer Roberto Firmino sicherte der Seleçao in seinem zweiten Länderspiel mit dem Tor zum 2:1 in Österreich den sechsten Erfolg nacheinander.

Von Ronaldo war bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte kaum etwas zu sehen. "Ich habe nicht die geringste Ahnung, was mit Ronaldo ist. Messis Auswechslung zur Halbzeit hatten wir schon vorher geplant, weil er letzte Woche gegen Kroatien 90 Minuten lang gespielt hat", sagte Argentiniens Coach Gerardo Martino ungerührt vom Hype um die Stars. Zur Randnotiz geriet Portugals Siegtor durch Raphael Guerreiro (90.).

Englands Coach Roy Hodgson lobte seinen Matchwinner Rooney über den grünen Klee. "Er hatte tolle Tage. Aber es sind nicht nur seine Tore. Es ist seine Einstellung. Sein Verständnis für das, was wir tun", bemerkte der Trainer über den 29-Jährigen.

Alles andere als fantastisch war Klinsmanns Stimmung nach der Pleite im Aviva Stadium gegen ein irisches B-Team. "Ich bin überhaupt nicht gut drauf", sagte der 50-Jährige, der seine Mannschaft erneut aufforderte, endlich aggressiver und giftiger zu spielen. Die kollektive Begeisterung, die während der WM selbst Präsident Barack Obama gepackt hatte, ist in Amerika jedenfalls längst verflogen.

Nach seinem spektakulären Siegtor in Wien wurde Roberto Firmino für "Globo Esporte" in Brasilien zum "Firmissimo". "Als ich Firmino nominiert habe, habe ich schon gesagt, dass er Tore macht wie nur wenige", lobte Dunga den Matchwinner, dem 20 Minuten nach seiner Einwechslung das 2:1 gelang (83.). Österreich beklagte einen verpassten Achtungserfolg. Aleksandar Dragovic blieb die Genugtuung, der Seleçao das erste Gegentor nach der WM beigebracht zu haben.
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