Weltmeister wieder in der Spur

Thomas Müller (rechts) zieht ab und lässt dem polnischen Torhüter Lukasz Fabianski keine Chance. Mario Götze sieht diesmal nur zu, erzielt aber nur kurze Zeit später das 2:0 für Deutschland. Und auch das 3:1 geht auf das Konto des Bayern-Spielers. Bild: dpa

Mit dem 3:1 gegen Polen hat die deutsche Nationalmannschaft einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Fußball-EM geschafft. Mann des Tages war Doppel-Torschütze Mario Götze.

Der Weltmeister hat sein Sieg-Versprechen eingelöst und ist gegen starke Polen der EM-Endrunde einen großen Schritt näher gekommen. Die Mannschaft von Joachim Löw gewann am Freitag das rasante Topspiel in der Qualifikationsgruppe D mit 3:1 (2:1) und löste damit Robert Lewandowski und Co. als Tabellenführer ab. "Drei Punkte zu machen, war das Allerwichtigste. Insgesamt kann ich sehr zufrieden sein", sagte Löw.

Thomas Müller mit seinem Quali-Tor Nummer sechs (12. Minute) und Mario Götze (19.) mit einer tollen Einzelaktion brachten die deutsche Fußball-Nationalelf früh in Führung. Polens Stürmerstar Lewandowski machte mit seinem Anschlusstor (36.) das rassige Spiel vor 48 500 Fans im ausverkauften Frankfurter Stadion lange spannend, ehe Götze (82.) mit dem zweiten Doppelpack seiner Länderspielkarriere für den krönenden Abschluss sorgte. "Umso mehr ich der Mannschaft helfen kann, umso schöner ist es. Zwei Tore, das hätte schlechter laufen können", meinte Götze.

Zunächst aber war die deutsche Offensive gegen die in der laufenden Ausscheidung zuvor noch unbezwungenen Polen sofort auf Betriebstemperatur. Karim Bellarabi war ein vorzüglicher Vertreter des verletzten Marco Reus auf dem linken Flügel und wirbelte Polens Abwehrrecken einige Male gehörig durcheinander.

Nachdem der Leverkusener in den ersten zehn Minuten zwei Chancen zum 1:0 vergeben hatte, war er dann an der Vorbereitung des Führungstores beteiligt. Per Doppelpass spielte Bellarabi den ständig nach vorne marschierenden Linksverteidiger Jonas Hector frei. Der Kölner legte mustergültig in die Mitte ab, wo Müller richtig stand und mit seinem 28. Tor im 64. Länderspiel für Jubel unter den deutschen Fans sorgte. "Wir müssen noch ein bisschen stabiler spielen, dass wir nicht so viele Fehlpässe spielen. Aber alles in allem sind wir natürlich zufrieden, gegen den stärksten Gegner der Gruppe gewonnen zu haben", sagte Müller.

Das Gäste-Team von Trainer Adam Nawalka hatte dem variablen Offensivspiel des Gastgebers zunächst wenig entgegenzusetzen. Nur sieben Minuten nach der Führung schlug es zum zweiten Mal im Kasten von Lukasz Fabianski ein. Götze zog vom linken Flügel gekonnt nach innen und überwand den Keeper von Swansea City mit einem Rechtsschuss. Löw, der dem Edelreservisten von Bayern München von Beginn an das Vertrauen ausgesprochen hatte, sah sich in seiner Entscheidung bestätigt. "Ich bin überzeugt, dass er zeigen will, was in ihm steckt", hatte der Bundestrainer prophezeit.

In der Folge berauschte sich der Weltmeister an seiner wiederentdeckten Spielfreude. Müller, der an Fabianski scheiterte, und der starke Hector, dessen Nachschuss geblockt wurde, verpassten nach 35 Minuten das 3:0. Die Strafe folgte umgehend. Grosicki ließ auf dem Flügel zum wiederholten Male Can stehen und zirkelte mit dem Außenrist eine Zauberflanke auf den Kopf von Lewandowski, der seinen achten Treffer in der EM-Ausscheidung erzielte. Kurz vor der Pause wäre dem Bayern-Stürmer fast noch der Ausgleich gelungen. Zunächst scheiterte Lewandowski mit einem kernigen Schuss am glänzend reagierenden Manuel Neuer, nach der anschließenden Ecke holte Götze einen Kopfball seines brandgefährlichen Vereinskollegen von der Linie.

Die erste Möglichkeit nach dem Wechsel gehörte dem Gastgeber - und wieder stand der auffällig agierende Götze im Fokus. Nach Pass des eingewechselten Ilkay Gündogan, der Bellarabi ersetzte, traf der WM-Siegtorschütze nur den Pfosten. Die Polen ließen sich nicht lange bitten und hielten mit Arkadiusz Milik dagegen, dessen Schuss Neuer entschärfte. Aber es reichte im 20. Vergleich zum 13. Sieg. Der hätte noch höher ausfallen können, doch Fabianski bekam einen Kopfball von Mats Hummels (72.) gerade noch auf der Linie zu fassen und Götze (77.) zögerte beim Abschluss zu lange.
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