Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag Öffentlichkeit informiert
Gerd Müller hat Alzheimer

Der deutsche Rekord-Stürmer Gerd Müller leidet an einer Alzheimer-Erkrankung. Wie der FC Bayern bekanntgab, steht der einstige "Bomber der Nation" seit Anfang Februar unter professioneller Betreuung. Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag am 3. November bittet die Familie des Weltmeisters von 1974 um Verständnis, dass es keine öffentlichen Auftritte anlässlich des Jubiläums geben werde.

"Gerd, für den Werte wie Freundschaft und Fairplay von Bedeutung waren und sind, hat es verdient, dass wir alle rücksichtsvoll mit seiner Erkrankung umgehen und seine Privatsphäre und die seiner Familie respektieren", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Dies sei der ausdrückliche Wunsch der Familie von Müller und auch seines langjährigen Clubs in München.

Müller war über viele Jahre ins Vereinsleben an der Säbener Straße integriert, zuletzt als Co-Trainer der Amateurmannschaft. "Trotz unübersehbarer Zeichen seiner Erkrankung wurde er von der Bayern-Familie, den Fans und Medien mit Sympathie und großem Respekt behandelt", sagte sein behandelnder Arzt Hans Förstl. "Das war sehr wichtig, weil es jedem Menschen mit einer beginnenden Alzheimer Demenz nur zu wünschen ist, dass er sich so lange wie möglich in seinem vertrauten Umfeld, in dem er sich wohl fühlt, aufhalten kann."

Für den Aufstieg des deutschen Branchenprimus war Müller nach Einschätzung vieler Weggefährten ähnlich wichtig wie "Kaiser" Franz Beckenbauer oder der langjährige Erfolgsmanager Uli Hoeneß. "Was der FC Bayern heute darstellt, mit diesem Palast an der Säbener Straße... ohne Gerd Müller wären die Leute da immer noch in dieser Holzhütte von damals", sagte Beckenbauer.

Müller wurde mit der deutschen Auswahl Welt- und Europameister, mit dem FC Bayern viermal deutscher Meister, viermal DFB-Pokalsieger und dreimal Champion im Europapokal der Landesmeister. Mit 365 Treffern in 427 Partien ist er nach wie vor Rekordtorschütze der Bundesliga. Außerdem gelang es dem gebürtigen Nördlinger aus Schwaben in der Saison 1971/72 als bislang einzigem Profi, 40 Tore in einer Liga-Spielzeit zu erzielen. Seine 68 Länderspieltore wurden erst 2014 von Miroslav Klose übertroffen.

"Gerd Müller ist einer der ganz Großen des Weltfußballs", sagte Rummenigge. "Gerd war ein Torjäger, wie es ihn vermutlich nicht mehr geben wird, und bei allen Erfolgen ist er stets bescheiden und zurückhaltend geblieben, was mich besonders beeindruckt hat." Nach der aktiven Karriere habe er seine Erfahrung für den Nachwuchs eingebracht.
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