Wie einst 1974
Bayern treffen auf Atlético Madrid

42 Jahre nach dem Triumph von Brüssel treffen die Bayern mal wieder auf Atlético Madrid. Das Halbfinale gegen Diego Simeones Kampftruppe wird heiß.

München. Gleich nach der Auslosung schalteten die Bayern hoch in den Kampfmodus. "Atlético Madrid ist ein Leidenschafts-Monster", lauteten die ersten respektvollen Worte, die Matthias Sammer zum äußerst ungemütlichen Halbfinalgegner des FC Bayern in der Champions-League einfielen. Und der Sportvorstand schlussfolgerte: "Wir müssen die gleiche Mentalität zeigen."

Pep Guardiola blieb auf seiner kniffligen Abschiedstour zwar ein verzwicktes Duell mit seinem künftigen Arbeitgeber Manchester City erspart. Aber dafür bekommt es der Spanier auch in seinem dritten und letzten Jahr in München wieder in der Vorschlussrunde mit einem der großen Drei aus seiner Heimat zu tun: 2014 Halbfinal-K.-o. gegen Real Madrid, 2015 Halbfinal-K.-o. gegen den FC Barcelona. Und 2016?

"Ich weiß, wie speziell, wie gut Atlético ist. Wir brauchen zweimal 90 Minuten mit voller Konzentration", sagte Guardiola am Freitag kurz nach der Loszeremonie, die er live am TV-Schirm verfolgt hatte.

"Sie sind sehr gut", schwärmte der Katalane über Atlético. Heimstark, abwehrstark, konterstark, vor allem aber willensstark. Der zehnmalige spanische Meister ist auch der Angstgegner der besten europäischen Mannschaft der jüngeren Vergangenheit, die ähnlich wie der FC Bayern auf fußballerisches Vermögen setzt. "Die einzige Mannschaft, die in den letzten Jahren in der Lage war, Barcelona zu schlagen, ist Atlético Madrid", hob Guardiola hervor. Im Viertelfinale schalteten die Atlético-Kämpfer den Titelverteidiger aus.

Immerhin: Das Los Atlético weckt bei älteren Bayern-Fans schöne Erinnerungen an die bisher einzigen Duelle vor 42 Jahren. Georg "Katsche" Schwarzenbeck sicherte den Münchnern im Endspiel des Meistercups 1974 in Brüssel mit seinem Tor in der letzten Minute der Verlängerung ein Wiederholungsspiel. In diesem triumphierte das Bayern-Dreamteam um Franz Beckenbauer und den Doppeltorschützen Gerd Müller und Uli Hoeneß zwei Tage später mit 4:0. "Aber das war eine andere Zeit", bemerkte Philipp Lahm.
Ich weiß, wie speziell, wie gut Atlético ist.Pep Guardiola
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