Wieder auf Goldjagd

Die Erfolge bisher - Schnee von gestern: Am Samstag starten die nordischen Kombinierer in die neue Saison. Olympiasieger Eric Frenzel gilt in allen Wettbewerben erneut als einer der Top-Favoriten. Und natürlich werden vor allem wieder in Flossenbürg und Umgebung kräftig die Daumen gedrückt.

Flossenbürg. (mr) Gold ist zu Hause kaum noch ein Thema: Philipps Schule, Lauras Arbeit, das neue Haus. Für Eric Frenzel gibt es jetzt daheim in St. Ötzen (Flossenbürg/Kreis Neustadt/WN) andere Themen als seinen großen Erfolg. "Wir reden daheim wenig drüber." Über Sotschi. Im Februar wurde Eric Frenzel Olympiasieger in der nordischen Kombination (Normalschanze), mit dem Team holte er Silber. "Es wäre noch mehr drin gewesen", sagt er rückblickend. Ein Virus machte ihm allerdings nach seinem ersten Gold zu schaffen, schwächte den Körper. "Aber", und dann schwenkt er schnell wieder in den Positiv-Modus, "Gold war mein Ziel, und das habe ich geschafft."

Studium in Mittweida

Jetzt gibt's neue Ziele. Am Samstag beginnt in Kuusamo die Saison der nordischen Kombinierer. Und der Olympiasieger ist bereit. Zwar sei die Vorbereitung etwas schwierig gewesen mit einigen Wochen bei der Bundeswehr, der ein oder anderen Ehrung oder seinem Studium (Ingenieurwesen) in Mittweida, aber: "Ich denke, ich habe gute Grundlagen gelegt." Auch in seiner neuen Heimat arbeitete er fleißig. "Natürlich bin ich immer wieder auf dem Bocklradweg gerollert", erzählt er. Der Radweg auf der früheren Bahntrasse von Neustadt nach Eslarn diente dem 26-Jährigen als optimale Trainingsstrecke. In der Region, in St. Ötzen und Flossenbürg, ist Frenzel heimisch geworden. "Hier ist mein Lebensmittelpunkt." Zwischen den Weltcups kommt er, wenn es geht, heim zu seiner Frau Laura und Söhnchen Philipp. Nach der Rückkehr aus Finnland wird er aber nächste Woche in Oberwiesenthal, wo der Sachse so lange gelebt hat, seine Einheiten absolvieren. Dort kann er auf Schnee trainieren. "Ich hoffe, dass es bald auch auf der Silberhütte schneit, damit ich auch hier mal meine Runden drehen kann", freut er sich schon auf heimatnahe Übungseinheiten.

Die ersten offiziellen Runden dreht Frenzel am Samstag in Kuusamo, davor stehen die Sprünge. In beiden Disziplinen gebe es bei ihm "noch Baustellen", berichtet der Perfektionist. Besonders nervös sei er vor dem Saisonstart aber nicht. Natürlich gilt es, in der Weltcup-Gesamtwertung gleich eine gute Basis zu legen. "Den Sieg im Gesamtweltcup kann man aber nicht planen", sagt er. Da gebe es viele Unwägbarkeiten.

WM in Falun großes Ziel

Das große Ziel des Olympiasiegers sind die Weltmeisterschaften im Februar in Falun (Schweden). Um sich optimal darauf vorzubereiten, will er vielleicht auch den ein oder anderen Weltcup-Wettbewerb auslassen.

Die Konkurrenz ist aber auch intern sehr groß. "Die Jungs haben alle gut trainiert", sagt Frenzel über Johannes Rydzek, Tino Edelmann und Co. Die große Konkurrenz wird auch in diesem Winter wohl wieder aus Norwegen kommen. Dennoch will er in Falun seine WM-Medaillensammlung weiter aufmöbeln. Ein Motivationsloch ist trotz der großen Erfolge bisher nicht zu befürchten. "Das macht große Namen aus, dass sie niemals satt sind."

Die Karriere wird ohnehin noch Jahre dauern. Die Olympischen Spiele 2018 hat Frenzel dick im Kalender. "Ich bin noch jung." Gold dürfte im Hause Frenzel in den nächsten Jahren doch immer wieder Thema sein.
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