Wieder keine Medaille
Biathlon-Herren beim vierten WM-Erfolg von Fourcade wieder nur auf den Plätzen

Enttäuscht im Ziel: Biathlet Simon Schempp, vorher als Mitfavorit gehandelt, war als 16. schlechtester Deutscher. Bild: dpa
 
Enttäuscht im Ziel: Biathlet Simon Schempp, vorher als Mitfavorit gehandelt, war als 16. schlechtester Deutscher. Bild: dpa

Oslo. Für die deutschen Biathlon-Männer gibt es bei der WM weiter nichts zu holen. Auch nicht für Simon Schempp. Während Frankreichs Biathlon-König Martin Fourcade, als dessen großer Gegenspieler Schempp vor den Welttitelkämpfen in Oslo gehandelt wurde, am Donnerstag im Einzel sein bereits viertes WM-Gold holte, musste der viermalige Saisonsieger Schempp als 16. sogar das Prädikat "schlechtester Deutscher" hinnehmen. Doch von einem WM-Trauma will er nichts wissen. Aber auch im Vorjahr war der Schwabe als großer WM-Medaillenanwärter leer ausgegangen. "Ich kann ordentlich und gut mit Druck umgehen. Das habe ich bei Staffeln schon oft gezeigt. Deswegen gehe ich nicht davon aus, dass ich mich zu fest mache und verkrampft an die Sache gehe", sagte Deutschlands bester Skijäger nach seinem dritten vergeblichen Versuch, seine erste WM-Einzelmedaille zu gewinnen. Das will er am Samstag in der Staffel und im abschließenden Massenstart tags darauf beweisen: "Gute Platzierungen sind auf jeden Fall noch drin."

Lesser bester Deutscher


Während Schempp nach zwei Fehlern abgeschlagen war, konnte Überflieger Fourcade sogar eine Strafminute kompensieren und setzte sich vor den beiden Österreichern Dominik Landertinger und Simon Eder durch. Beste Deutsche am Holmenkollen waren Erik Lesser und Andreas Birnbacher im letzten WM-Einzelrennen seiner Karriere auf den Plätzen sieben und neun. "Im Großen und Ganzen habe ich das Rennen genossen. Es war ein sehr gutes Rennen, da kann ich zufrieden sein", sagte der 34 Jahre alte Birnbacher. "Die letzten Tagen waren ein mentales Auf und Ab." Trotz seiner guten Leistung glaubt er nicht, dass er in der Staffel laufen wird. Da sieht er Benedikt Doll, der es nach drei Strafminuten dank einer starken Laufleistung noch auf Rang 13 schaffte, im Vorteil. Für den Massenstart wäre er als Gesamt-Weltcup-15. eigentlich qualifiziert. Aber da seine vier Teamkollegen im Ranking noch vor ihm liegen und nur vier Deutsche starten dürfen, läuft er nicht.

Vor den Welttitelkämpfen fokussierten sich alle auf das Duell Fourcade vs. Schempp. Fourcade gewann alle drei Einzelrennen und die Mixed-Staffel, kann als erster Biathlet in allen vier Einzelwettbewerben Gold holen. Und bei Schempp, der vor der WM vier Siege und vier weitere Podestplätze geholt hatte, ist ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt die Form futsch. "Ich bin nicht in der läuferischen Verfassung, in der ich die ganze Saison war", resümierte Schempp. Mehrfach war er in der Saison wegen Erkältungen ausgefallen. Kam er vorher nach den Ausfällen immer schnell wieder mit Top-Ergebnissen zurück, klappt es ausgerechnet bei der WM nicht.

Mit HammerschmidtOslo. (dpa) Angeführt von Verfolgungs-Weltmeisterin Laura Dahlmeier hoffen die deutschen Biathletinnen bei der WM in Oslo mit der Staffel auf die Titelverteidigung. Bundestrainer Gerald Hönig nominierte Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Maren Hammerschmidt und die dreimalige Medaillengewinnerin Dahlmeier als Schlussläuferin für den Teamwettbewerb am Freitag (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport).

WM-Debütantin Hammerschmidt setzte sich damit im Kampf um den vierten Startplatz gegen Staffel-Weltmeisterin Vanessa Hinz durch, die in Oslo in ihren drei Einzeleinsätzen enttäuschte. "Maren ist sehr selbstbewusst und freut sich auf das Rennen", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. "Wir sind Titelverteidiger, aber das heißt nicht, dass wir automatisch der Topfavorit sind. Für Gold muss alles passen."
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