Wieder Zweiter

Enttäuschung im Ziel: Fritz Dopfer verfehlte um gerade einmal zwei Hundertstelsekunden seinen ersten Weltcupsieg. Bild: dpa

Seit langem gehört Fritz Dopfer im Slalom und Riesenslalom zur absoluten Weltspitze, ein Sieg gelang dem deutschen Skirennfahrer aber noch nie. Diese Serie hielt auch in Adelboden: Am Ende fehlten dem 27-Jährigen nur zwei Hundertstelsekunden zum ersten Erfolg.

Fritz Dopfer fiel im Ziel fassungslos zu Boden, sein Papa vergrub auf der Zuschauertribüne das Gesicht entgeistert in den Handschuhen. Um die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden verfehlte der 27 Jahre alte Skirennfahrer beim Slalom in Adelboden am Sonntag seinen ersten Weltcuperfolg, obwohl er mit fast einer Sekunde Vorsprung auf Sieger Stefano Gross aus Italien ins Finale gestartet war.

Dramatik des Gewinnens

"Wahnsinn, da spielt ein bisschen die Dramatik des Gewinnens und des ersten Sieges mit", urteilte Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbandes. Nach dem frühen Aus von Felix Neureuther im ersten Durchgang hatte er all seine Hoffnungen in Dopfer gesteckt.

Erstmals in seiner Karriere stand der gebürtige Innsbrucker vor dem zweiten Lauf als Letzter im Starthaus. Die Erwartungen waren hoch, die Konstellation allerdings ungewohnt. "War eine neue Situation, als Letzter da oben zu stehen, um dich rum kein Mensch mehr", meinte er. Die entscheidende Zeit ließ der Deutsche im Zielhang liegen, auf dem er "eine Spur zu viel Fahrt herausgenommen" hatte, wie er einräumte.

Für Dopfer war es bereits der fünfte zweite Platz im Weltcup - ein Sieg lässt also weiter auf sich warten. "Das wäre ihm von Herzen zu gönnen, weil er ein guter Sportler und guter Typ ist", scherzte Maier. "Erzwingen kann man sowieso nichts", kommentierte Dopfer sein Rennen.

Gebrauchter Tag

"Das ist ein ziemlich gebrauchter Tag für mich", gestand dagegen Neureuther drei Wochen vor Beginn der WM in den USA enttäuscht. Seit seinem Aus vor zwölf Monaten - ebenfalls in Adelboden - war er in all seinen neun Weltcup-Slaloms unter die besten Drei gefahren.

Bei den Damen ging am Wochenende gar nichts. Einen Tag nach der Abfahrts-Absage zwangen Ausläufer von Sturmtief "Felix" die Veranstalter in Bad Kleinkirchheim am Sonntag auch zum Abbruch des Super-G.
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