Wiedersehen mit Verbeek

Vom rot-weißen zum blau-weißen Vereinsschal: Mit dem VfL Bochum hat Gertjan Verbeek mehr Erfolg als einst beim 1. FC Nürnberg. Am Sonntag trifft der Niederländer auf seinen früheren Verein. Bild: dpa

In Nürnberg wegen Erfolglosigkeit vor die Tür gesetzt, wird Trainer Verbeek für seine Siege in Bochum mittlerweile gefeiert. Am Sonntag trifft der Niederländer auf seinen Ex-Club und will die Spitzenposition festigen.

Drei Spiele, drei Siege - der VfL Bochum will seinen perfekten Saisonstart in die 2. Fußball-Bundesliga veredeln. Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ist der 1. FC Nürnberg zu Gast in Bochum - der ehemalige Verein von VfL-Trainer Gertjan Verbeek. Beim "Club" war der Niederländer in der Saison 2013/14 nach acht Niederlagen in neun Spielen geschasst worden.

Süffisantes Zitat

Schon vor seiner damaligen Beurlaubung war Verbeek in Nürnberg so angespannt, dass er süffisant kommentierte: "Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet". Das ließ er bereits nach dem Nürnberger 2:1 am 22. Februar 2014 gegen Eintracht Braunschweig wissen. Zwei Monate später war sein Aus besiegelt.

Die Arbeit in Bochum scheint dem charismatischen Fußball-Lehrer besser zu bekommen. Mit seinem konsequenten Offensivfußball, den der meist knurrige Verbeek von jeder seiner Mannschaften verlangt, hat er im Ruhrgebiet mehr Erfolg. Nach Platz elf im Vorjahr liegt Verbeeks Team ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Schöne Zeit

Dieser Höhenflug erleichtert ihm den Blick zurück auf seine Ära in Nürnberg. "Das ist Vergangenheit. Aber ich hatte dort eine schöne Zeit, auch wenn ich die letzten drei Spiele nicht mehr machen durfte", sagte er am Freitag. Obwohl sein neuer Club fünf Punkte vor seinem alten liegt, erwartet Verbeek eine knifflige Aufgabe: "Für mich ist klar, dass die Nürnberger den Aufstieg als Ziel haben."

Dagegen meiden die Bochumer das Wort Aufstieg. Entsprechende Fantasien schweben derzeit knapp über Grasnarbenhöhe. "Wir haben erst neun Punkte, damit steigt man doch ab", kommentierte Innenverteidiger Felix Bastians. Ähnlich sieht es der ehemalige Schalker Mittelfeldspieler Tim Hoogland: "Träumen kann jeder. Aber wir Spieler können uns realistisch einschätzen." Der derzeitige Erfolg hat laut Verbeek auch seine Kehrseiten. "Die Anderen schlafen nicht", sagte der Coach kürzlich der "Bild". Mit "den Anderen" sind die Bundesliga-Clubs gemeint, bei denen der Erfolg der Bochumer personelle Begehrlichkeiten wecken könnte.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.