WM in Katar bleibt Streitthema - Top-Vereine schlagen Mai und Juni 2022 vor
Zwanziger fordert Ultimatum

Der Umgang von WM-Gastgeber Katar mit Menschenrechten und der Termin für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bleiben hochexplosive Streitthemen. Bei der Sitzung des Exekutivkomitees des Weltverbands Fifa am Freitag will der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger per Antrag die Einhaltung der Menschenrechte im Gastgeberland einfordern.

"Die Katarer müssen die im Piper-Report geforderte unabhängige Kommission, die regelmäßig die Menschenrechtssituation auf den WM-Baustellen und Fortschritte kontrollieren soll, bis zum Ablauf einer Frist am 10. März 2015 einsetzen", erklärte Zwanziger. Er zweifle sehr stark den Willen der Katarer an, etwas ändern zu wollen, "und habe den Eindruck, das alles dient nur der Augenwischerei".

Konsequenzen möglich

Sollte Katar tatsächlich eine Frist durch die Fifa-Exekutive gesetzt bekommen, die Gastgeber sich daran aber nicht halten, geht Zwanziger von Konsequenzen aus. "Dann würde ich erwarten, dass ein Nationalverband den Antrag stellt, dass auf dem Fifa-Kongress Ende Mai in Zürich die 209 Mitgliedsverbände darüber abstimmen, Katar die WM zu entziehen", sagte er. Das könne auch der DFB sein.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge macht sich andere Sorgen. Die Europäische Club-Vereinigung (ECA), deren Vorsitz der Ex-Nationalspieler innehat, schlug dem Weltverband Fifa die Austragung der WM-Endrunde 2022 vom 5. Mai bis 4. Juni vor, um so der schlimmsten Hitze dort zu entgehen. Die von der Fifa favorisierte Verlegung der WM in die Wintermonate lehnten das Club-Gremium ECA und der Ligen-Verbund EPFL, dem auch die Deutsche Fußball Liga angehört, unter Verweis auf den zu starken Eingriff in die internationalen Spielkalender ab.

Nach Ansicht der ECA und der EPFL sind die klimatischen Bedingungen von Anfang Mai bis zu einem Finale Anfang Juni mit Durchschnittstemperaturen von maximal 35 Grad akzeptabel.
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