WM-Mannschaften im Kurzporträt - Gruppe F
Frankreich, England, Kolumbien und Mexiko

Louisa Nécib. Bild: dpa

«Les Bleues» gehen als Mitfavorit ins WM-Turnier. Die Französinnen haben sich längst in der Weltspitze etabliert. Der ganz große Wurf soll nun in Kanada gelingen.

Frankreich:

«Les Bleues» gehen als Mitfavorit ins WM-Turnier. Die Französinnen haben sich längst in der Weltspitze etabliert. Der ganz große Wurf soll nun in Kanada gelingen. «Wir wollen so weit kommen wie möglich. Es gibt nur drei Plätze auf dem Treppchen», sagt Philippe Bergeroo. Der 61-Jährige ist seit 2013 Chefcoach und träumt vom WM-Titel. Als dritter Torwart gehörte er beim EM-Gewinn der Franzosen 1984 zum Nationalteam, beim WM-Titel 1998 war er Torwarttrainer der Grande Nation. Bergeroo hat sein spielstarkes Team weiter verjüngt und kann auf absolute Weltklasse-Akteurinnen wie Camille Abily oder Louisa Nécib bauen. Beim Algarve-Cup im März wurde Frankreich nur von den USA im Finale bezwungen.

Bilanz gegen Deutschland: 3-2-8

England: Die «Löwinnen» erreichten bei drei WM-Teilnahmen stets das Viertelfinale (1995, 2007, 2011). Trainer ist seit 2014 der erst 32 Jahre alte Waliser Mark Sampson. Ein Prestige-Erfolg war der Sieg beim Zypern-Cup im März. «Wir können es mit jedem Gegner aufnehmen», behauptet Sampson. Mittelfeldspielerin Steph Houghton vom FC Arsenal kann «kaum erwarten, dass es endlich losgeht». Rekordspielerin Fara Williams vom Meister Liverpool ist mit 139 Länderspielen die erfahrenste Akteurin. Sie lebte sieben Jahre wohnungslos auf der Straße. Vorn geht die größte Gefahr von der aus Nigeria stammenden Eniola Aluko vom Vizemeister Chelsea aus. Prinz William besuchte das Team im Trainingslager und versprach royales Daumendrücken.

Bilanz gegen Deutschland: 0-2-18

Kolumbien: 2011 feierten die Kolumbianerinnen ihr WM-Debüt in Deutschland. «Las Cafeteras» werden seit 2013 trainiert von Fabian Felipe Taborda. Der Hochschuldozent war zuvor für die U17-Juniorinnen verantwortlich. Viele Akteurinnen waren nicht nur vor vier Jahren dabei, sondern kamen bei der U20-WM 2010 in Deutschland bis ins Halbfinale. Positiv fielen seinerzeit Ingrid Vidal, Lady Andrade und Torjägerin Yoreli Rincon auf, die über Malmö nach Torres in Italien wechselte. Sechs Spielerinnen aus dem jungen Kader kicken in den USA.

Bilanz gegen Deutschland: -

Mexiko: Für die Mexikanerinnen ist es die dritte WM-Endrunde nach 1999 und 2011. Trainer ist Leonardo Cuellar, eine schillernde Persönlichkeit im Weltfußball. Der 63-Jährige war als Nationalspieler etwa bei den Olympischen Spielen 1972 in München und bei der WM 1978 in Argentinien dabei. Die Frauen coacht er seit 1998. Sein Sohn Christopher ist Assistenztrainer. «Unser junges Team muss noch reifen», betont Leonardo Cuellar. Gleichwohl ist das Team nicht unerfahren. Charlyn Corral spielt sogar schon seit ihrem elften Lebensjahr international. Sie nahm an drei U20-Weltmeisterschaften teil. Über Monterrey und Louisville verschlug es sie 2014 ins finnische Kemi.

Bilanz gegen Deutschland: 0-0-2