WM-Qualifikation
England rettet sich in der Nachspielzeit

Gary Cahill (rechts) und Adam Lallana bejubeln den Siegtreffer der Engländer in letzter Minute. Der Auftakt in die WM-Qualifikation in der Slowakei ist doch noch geglückt. Bild: dpa

Mit seinem späten Tor sicherte Adam Lallana England die ersten drei Punkte in der WM-Qualifikation. Und fast noch wichtiger: seinem Trainer Sam Allardyce einen erfolgreichen Einstand. Allardyce überrascht nach dem Spiel mit seinen Aussagen zu Wayne Rooney.

Trnava. Eine kleine Münze hat Englands neuem Fußball- Nationaltrainer großes Glück gebracht. Nach dem 1:0-Sieg der Three Lions in der Slowakei dankte Sam Allardyce nicht nur dem Torschützen und seinen Spielern, sondern auch einem slowakischen Fan. Der hatte dem Coach vor der Partie in Trnava ein Geldstück als Glücksbringer geschenkt, nachdem der Coach mit dessen Sohn für ein Foto posiert hatte. "Die Münze hatte ich die ganze Zeit in der Tasche", verriet Allardyce. "Und wir haben gewonnen!"

Bis zur fünften Minute der Nachspielzeit musste "Big Sam", wie sie ihn in England nennen, allerdings zittern. Erst mit der letzten Aktion des Spiels erzielte Adam Lallana den umjubelten Treffer und sorgte damit für große Erleichterung bei Allardyce. "Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen nervös geworden bin", räumte der Trainer ein. "Wenn du gegen zehn Mann spielst, musst du gewinnen."

Erst nach dem Platzverweis für den Slowaken Martin Skrtel, der nach einem harten Foul an Harry Kane die zweite Gelbe Karte sah, kamen die Gäste zu Chancen. Lange wirkten sie verunsichert. Der "Guardian" sah ein Spiel, "das gefährlich nah dran war, eine weitere große Enttäuschung" zu werden". Womöglich spukte das peinliche Achtelfinal-Aus bei der Europameisterschaft gegen Island noch in den Köpfen. Allardyce vertraute in der Startelf acht Spielern, die vor gut zwei Monaten beim 1:2 auf dem Platz standen.

Lallana erzielte in seinem 27. Spiel im Nationaldress sein erstes Tor für England. Der Mittelfeldspieler des FC Liverpool hatte in dieser Woche von großem Enthusiasmus im Team berichtet. Jeder wolle den neuen Boss beeindrucken. Das ist Lallana, dem "Glückbringer für Allardyce" ("The Times"), definitiv gelungen.

Für Gesprächsstoff sorgte auch sein Mannschaftskollege und Kapitän Wayne Rooney. Der 30-Jährige lief zum 116. Mal für England auf und überholte damit David Beckham als Feldspieler mit den meisten Einsätzen. Nur Torwart Peter Shilton hat noch mehr (125).

Gegen die Slowakei spielte Rooney nicht wie bei seinem Verein Manchester United als klassische Nummer zehn, sondern stand oft tief und wechselte die Position. Darauf angesprochen, überraschte sein Trainer nach dem Spiel mit der Aussage, er könne nicht bestimmen, wo Rooney spielt. "Er hat als Spieler weitaus mehr Erfahrung im internationalen Fußball als ich als Trainer. Diese Erfahrung nutze ich. Ich kann ihm nicht sagen, wo er spielen soll."

Darüber, ob das 1:0 den Start einer neuen Ära begründet, waren sich die britischen Medien uneins. "England hat zwar gewonnen, aber es erinnert ansonsten alles an die Ära Roy Hodgson", bemerkte ein Reporter des Fernsehsenders itv. "Es ging in der Slowakei nur um das Ergebnis", befand dagegen ein BBC-Experte. "Allardyce braucht Zeit und Geduld, um dem Team seinen Stempel aufzudrücken." Und vielleicht auch eine Glücksmünze: Allardyce will sie auch in Zukunft in seiner Tasche behalten.

Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen nervös geworden bin.Englands Trainer Sam Allardyce
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