Wolf schnuppert an Bronze

Philipp Wolf explodiert am Startblock: Der 23-Jährige aus Altenstadt/WN verfehlte bei der Kurzbahn-EM in Israel nur knapp eine Medaille. Sowohl über 100 Meter Freistil als auch mit der 4 x 50-Meter-Lagenstaffel belegte der Nordoberpfälzer den undankbaren vierten Platz. Archivbild: G. Büttner

Die deutschen Schwimmer haben bei der Kurzbahn-EM sieben Medaillen aus dem Wasser gefischt. Nur knapp an einer Medaille schwamm ein Oberpfälzer vorbei.

(af/dpa) Viel hätte nicht gefehlt und Philipp Wolf hätte bei den kontinentalen Titelkämpfen in Netanya (Israel) für eine Riesenüberraschung gesorgt. Der 23-Jährige aus Altenstadt/WN hatte sich am Samstag auf seiner Paradestrecke 100 Meter Freistil mit persönlicher Bestleistung (46,80 Sekunden) und der zweitbesten Halbfinalzeit für den Endlauf qualifiziert.

Dort schwamm der für die SG Stadtwerke München startende Wolf einen Tag später erneut ein famoses Rennen. Mit 47,00 Sekunden verfehlte er nur um 13 Hundertstelsekunden die Bronzemedaille und wurde Vierter. Wolf musste sich lediglich dem favorisierten Italiener Marco Orsi (46,05), Pieter Timmers (Belgien/46,61) und Sebastian Szczepaanski aus Polen (46,87) geschlagen geben.

Den undankbaren vierten Platz belegte Wolf auch mit der 4 x 50-Meter-Lagenstaffel. Als Schlussschwimmer schlug er mit 25 Hundertstelsekunden Rückstand auf die drittplatzierte Staffel aus Weißrussland an. Bereits am Donnerstag hatte Wolf mit der Halbfinalteilnahme über 100 Meter Schmetterling sein persönliches EM-Ziel erreicht. "Ein Endlauf ist kein Muss, aber das Halbfinale sollte es schon sein", hatte er im Vorfeld seine Erwartungen beschrieben.

Die stärksten Ergebnisse auf dem Olympia-Weg nach Rio lieferten die etablierten Akteure ab. Marko Koch mit einem etwas überraschendem Sieg auf seiner Nebenstrecke 100 Meter Brust und Alexandra Wenk als Dritte über 100 Meter Schmetterling sorgten für einen starken Schlussspurt im 25-Meter-Becken von Netanya/Israel. Nach WM- und EM-Gold auf der Langbahn über 200 Meter fehlt Koch nun nur noch Olympia-Gold zur kompletten Titelsammlung. "Es hätte nicht besser sein können, ich bin sehr zufrieden", sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz über viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze und auch zu vielen persönlichen Bestzeiten eines starken Nachwuchses.

Ungarns Katinka Hosszu - wegen ihrer vielen Starts "Eiserne Lady" genannt - war mit sechs Siegen erfolgreichste Athletin, ihr Land war mit elfmal Gold auch beste Nation dieser Rekord-EM mit 48 Ländern. Deutschland lag im Medaillenspiegel auf Platz drei. Im Gegensatz zu früher, als sich der DSV mit guten Ergebnissen des Winters sonnte und dann im Sommer beim Großereignis oft hinterher schwamm, wird die Kurzbahn-EM auf dem Weg zu Olympia nebenbei mitgenommen.
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