Wolf startet für Deutschland

Philipp Wolf mit perfekter Kraul-Technik: Der Altenstädter schwamm bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal über die 100 Meter Freistil zu Silber und schaffte ganz nebenbei die Qualifikationsnorm für die EM in Israel Anfang Dezember. Bild: A. Schwarzmeier

Diese Höhenluft aus dem Trainingslager in Südtirol hat ihm wirklich gut getan: Schwimmer Philipp Wolf aus Altenstadt/Waldnaab schwamm bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften sensationell zwei Mal aufs Siegerpodest. Jetzt ist der 23-Jährige sogar international gefragt.

Am Freitag hatte der 23-jährige Oberpfälzer, der für die SG Stadtwerke München startet, noch in unserer Zeitung angedeutet, dass es bei der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft in Wuppertal für ihn nur darum gehe, persönliche Bestzeiten zu schwimmen. Jetzt kommt er auch noch mit Edelmetall zurück - seinen ersten Medaillen in Einzeldisziplinen bei nationalen Titelkämpfen. "Ich bin super-happy", jubelte Wolf am Sonntagabend. "Ich war so oft in der offenen Klasse schon Vierter. Jetzt sind es endlich Medaillen."

Über die 100 Meter Freistil schlug Wolf nach 47,70 Sekunden an - neuer bayerischer Rekord. Schneller war nur Olympia- und WM-Teilnehmer Steffen Deibler (47,43). Dabei hatte er sich vor den Wettkämpfen gar nicht so gut gefühlt. "Aber da täuscht man sich auch oft. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft." Wolf, der beim SV Weiden groß geworden ist, schaffte mit seiner Zeit auch die Qualifikationsnorm für die Kurzbahn-Europameisterschaften Anfang Dezember in Netanya (Israel). "Ich bin auf jeden Fall dabei, am nächsten Montag gehts los", freut er sich schon auf seinen internationalen Einsatz. Einige Athleten wollen aufgrund der Sicherheitslage in Israel nicht starten. Für Wolf ist das kein Thema. Er will sich international beweisen. "Das ist das Größte bisher in meiner Karriere." In Israel wird er dann wahrscheinlich nicht nur über die 100 Meter Freistil, sondern auch über die 100 Meter Schmetterling starten. In dieser Disziplin holte er sich am Sonntag in Wuppertal auch noch Bronze. Mit der Zeit von 52,08 Sekunden musste er sich als Dritter nur Steffen Deibler (50,94) und seinem Teamkollegen Marius Kusch (51,37) geschlagen geben. Perfekt machte das Wochenende die Silbermedaille mit der Münchener Freistilstaffel, die Wolf anführte. Der Oberpfälzer hat wieder richtig Motivation, um sein großes Ziel - die Olympiateilnahme 2016 in Rio - zu erreichen. "Das tut so gut, endlich habe ich es gepackt", jubelte er am Sonntag noch, ehe er sich mit seinen Münchener Kumpels in Wuppertal einen Absacker genehmigte.

Deutschlands Schwimmstar Paul Biedermann war derweil am Sonntag weiter auf Titeljagd. Über 400 Meter Freistil lag Biedermann in 3:38,95 Minuten 1,27 Sekunden vor Florian Vogel. Dieser hatte ihm tags zuvor den deutschen Rekord über die doppelte Distanz abgenommen. "Ich denke, dass ich bei der Kurzbahn-EM meine Stärken ausspielen kann. Meine Form ist noch ausbaufähig bis dahin. Mal sehen, wie es in Israel läuft", sagte Biedermann.
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