Wolfsburg um Normalität bemüht

Ein Kondolenzbuch für den tödlich verunglückten Junior Malanda liegt im Stadion des VfL Wolfsburg aus. Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg trainiert erstmals in Südafrika, Trainer und Manager geben eine Pressekonferenz für ein Testspiel - aber ein normales Trainingslager wird es trotzdem nicht. Nach dem Unfalltod von Junior Malanda ermittelt nun die Polizei.

Schweren Herzens bemüht sich der VfL Wolfsburg nach dem Unfalltod von Junior Malanda um so viel Normalität wie möglich. Die Mannschaft kam mit einem Tag Verspätung zum Trainingslager in Kapstadt an und trainierte am Montagnachmittag erstmals im Athlone-Stadion. In Deutschland ermittelt die Polizei unterdessen gegen den Fahrer des Geländewagens wegen fahrlässiger Tötung. Malanda saß ihren Angaben zufolge bei dem Unfall nicht angeschnallt auf der Rückbank.

Die Niedersachsen hatten ihre Reise nach Südafrika um einen Tag verschoben, nachdem der belgische Profi Malanda am Samstag bei einem Autounfall in der Nähe von Porta Westfalica ums Leben gekommen war. "Es darf auch wieder gelacht werden", sagte Trainer Dieter Hecking wenige Stunden nach der Ankunft in Südafrika. Manager Klaus Allofs berichtete: "Die Mannschaft hat jetzt gemerkt, dass es richtig war, hierhin zu reisen. Wir können hier nicht zur Tagesordnung übergehen, aber wir müssen auch eine gewisse Normalität reinbringen."

Das Team war erst am Montagmorgen nach einer mehr als zwölfstündigen Anreise in Kapstadt angekommen. Die erste Übungseinheit, ein lockeres Aufwärmprogramm, stand am Nachmittag auf dem Gelände von Ajax Cape Town bei 26 Grad auf dem Programm. "Uns ist auch von professioneller Seite bestätigt worden, dass es gut ist, das Trainingslager zu absolvieren", berichtete Allofs. Zwei Seelsorger kümmern sich um die Spieler und haben sich bereits mit der Mannschaft getroffen. Daheim in Deutschland ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrer des Unfallautos. Bei dem Verkehrsunfall am Samstag hatte er sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten. Sie beträgt nach Angaben der Polizei Bielefeld an der Unfallstelle bei Nässe 80 Kilometer pro Stunde.

Der VW-Touareg war auf der A2 in der Nähe von Porta Westfalica bei Starkregen und starken Sturmböen rechts von der Fahrbahn abgekommen und hatte die Schutzplanke durchbrochen. Der Wagen prallte gegen mehrere Bäume und überschlug sich mehrfach. Dabei wurde der 20 Jahre alte Malanda, der nicht angeschnallt auf der Rückbank saß, aus dem Fahrzeug geschleudert und tödlich verletzt. Fahrer und Beifahrer wurden bei dem Unfall verletzt, haben das Krankenhaus aber inzwischen verlassen. Ausdrücklich widersprachen die Beamten Gerüchten, nach denen der Fahrer des Wagens keinen Führerschein gehabt habe. "Der Fahrer ist im Besitz einer Fahrerlaubnis. Die Ermittlungen dauern an", teilte die Polizei mit.
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