Wolfsburgs Manager Klaus Allofs geht in sein zehntes Endspiel um den DFB-Pokal
Am Samstag soll der siebte Titel her

Damals noch bei Werder Bremen, brachte Geschäftsführer Klaus Allofs am 31. Mai 2009 den DFB-Pokal zur Feier in das Rathaus mit. Jetzt will er mit Wolfsburg ebenfalls den Pott. Bild: dpa
Keiner weiß besser als Klaus Allofs, wie es geht. Der Sportchef vom VfL Wolfsburg ist Mr. DFB-Pokal. Sechsmal schon hielt der frühere Fußball-Nationalspieler den Pott in den Händen. Viermal als Spieler, zweimal als Manager. Hinzu kommt ein Pokalsieg mit Olympique Marseille 1989, als Allofs dort das französische Double gewann. "Ich frage mich auch immer mal wieder: Wie kann das sein?", sagte Allofs leicht erheitert angesichts seiner persönlichen Pokal-Erfolgsstory im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Am Samstag im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin gegen Borussia Dortmund soll der nächste Cup-Erfolg hinzu kommen. Möglicherweise gehören kleine Spielereien auf dem Weg zum Triumph dazu. So befand Allofs: "Ich glaube, dass der Druck etwas höher ist auf dem BVB."

Es ist bereits Allofs' zehntes Endspiel um den DFB-Pokal. "Aber es ist natürlich auch ganz klar, dass man den Titel auch gewinnen will, wenn man ins Finale kommt", meinte der 58 Jahre alte Düsseldorfer.

Mehr noch als für seine eigene beeindruckende Bilanz wäre der Pokalsieg für den VfL etwas ganz besonderes. "Wir haben eine Menge erreicht, sind aber trotzdem heiß darauf, noch mehr zu erreichen", sagte Allofs. 20 Jahre nach dem bislang einzigen Wolfsburger Endspiel, das der Club als damaliger Zweitligist gegen Borussia Mönchengladbach verlor, würde der Cup-Sieg eine ganz starke Saison veredeln. "Das wäre das Sahnehäubchen auf einer ohnehin schon tollen Saison", sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef Stephan Grühsem.

Es wäre vor allem auch ein weiterer Fingerzeig an die Konkurrenz. "Wir würden gerne die Lücke, die zwischen Bayern München und dem Rest der Liga entstanden ist, schließen", sagte Allofs: "Aber das passiert nicht durch einen Pokalsieg. Es wäre aber ein Schritt dahin."

Die Zielsetzung des Volkswagen-Clubs ist klar. Der VfL will wie der Mutterkonzern "zu den Marktführern gehören", betonte Allofs: "Als Verein haben wir den Anspruch, die Besten zu werden. Das ist natürlich schwierig, denn die Besten sind recht gut. Aber wir müssen es anstreben. Als hundertprozentige Tochter von Volkswagen kann es hier am Ort auch nicht zwei unterschiedliche Philosophien geben."

Seit Allofs Ende 2012 die sportliche Leitung in Wolfsburg übernommen hat, scheint der VfL auf einem guten Weg dorthin. Nach dem Meistertitel 2009 unter Trainer Felix Magath wirkte der gesamte Club ausgebrannt und brauchte Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen. Zusammen mit Trainer Dieter Hecking baute Allofs mit den VW-Millionen schneller als geplant ein Erfolgsteam, das in diesem Jahr Vize-Meister wurde und beim begeisternden 4:1 zum Rückrunden-Auftakt ein Warnsignal an den Branchen-Primus Bayern München sandte.

"Als Allofs 2012 kam, haben wir das Ziel formuliert: Langfristig mit dem VfL im oberen Drittel mitspielen und nachhaltig im Europa-Geschäft mitmischen. Dieses Ziel brauchen wir nicht zu ändern", sagte VfL-Aufsichtsratschef und VW-Vorstandsmitglied Javier Garcia Sanz. VW ist mehr als zufrieden, gerade erst wurde Allofs' Vertrag bis 2019 verlängert. Zeit genug für den ein oder anderen Titel.
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