Zittern um Olympia

Enttäuschung pur bei den deutschen Handballern Silvio Heinevetter, Stefan Kneer, Michael Kraus und Johannes Sellin (von links). Mit der 23:28-Niederlage gegen Kroatien verpassten sie die erste Chance zur Olympia-Qualifikation. Bild: dpa

Für den ersehnten Platz in der Olympia-Qualifikation haben die deutschen Handballer bei der WM in Katar nur noch eine Chance. Nach der Niederlage gegen Kroatien braucht das Team einen Sieg im Spiel um Rang sieben. Ansonsten geht das Zittern bei der EM weiter.

Schon wieder gaben Deutschlands Handballer Durchhalteparolen aus. Nach der zweiten Niederlage bei der WM wurde die letzte Chance beschworen, noch in Katar die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier zu schaffen. "Irgendwie müssen wir den Kopf frei bekommen und morgen irgendwie gewinnen", sagte Spielmacher Michael Kraus. Im ersten Spiel der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht hatten er und seine Kollegen am Freitag in Doha mit 23:28 (11:13) gegen Kroatien verloren.

Nun trifft die deutsche Mannschaft an diesem Samstag (14.30 Uhr MEZ/Sky) im Spiel um den siebten Rang auf Slowenien, das gegen Dänemark mit 33:36 (15:19) den Kürzeren gezogen hatte. Nur der Sieger dieses Duells erobert noch bei dieser WM einen Platz für ein Olympia-Qualifikationsturnier. Der Verlierer muss vor allem auf die EM 2016 in Polen hoffen.

"Die Jungs wollen sich natürlich für ein gutes Turnier belohnen. Wir werden morgen hoffentlich ein gutes Spiel machen und dann haben wir eine Chance", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. "Es geht um den siebten Platz. Wir werden noch mal alles in die Waagschale werfen", versprach Bernhard Bauer, der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

Vor nur rund 1200 Zuschauern waren Jens Schöngarth und Uwe Gensheimer mit jeweils sechs Treffern die besten Torschützen für das kraftlose deutsche Team, in dem Stammspieler Steffen Weinhold wegen einer Adduktorenzerrung fehlte. "Man hat heute gemerkt, dass wir sieben Spiele fast am Limit gespielt haben, bis auf Saudi-Arabien. Das hat Kraft und Energie gekostet. Bei Paul Drux war heute der Tank leer. Wenn er fehlt und Steffen Weinhold, die beide Schlüsselleute für unser Angriffsspiel im gesamten Turnier sind, ist damit der Rhythmus ein bisschen verloren gegangen", nannte Sigurdsson als Gründe für die zweite Turnierniederlage.

Binnen 24 Stunden muss der Isländer nun seine Spieler wieder aufpeppen. "Wir müssen ganz tief in die Tasche greifen und alles rausholen. Das ist eine Energiesache. Wenn wir müde werden, kommt es darauf an, clever zu spielen", sagte er.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.