Zürich.
"Ein einziges PR-Desaster für den Fußball "

(dpa) DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich die Übernahme eines Fifa-Amtes bei einer Wiederwahl des Weltverbandschefs Joseph Blatter offen. Für die neuen Skandale findet Niersbach deutliche Worte.

Welche Entscheidungen gab es beim Treffen der Mitglieder der Europäischen Fußball-Union Uefa?

Niersbach: Die Stimmung bei der Uefa ist so, dass man mehrheitlich eindeutig für den Wechsel an der Fifa-Spitze eintritt. Das bedeutet, dass die Uefa an dem Kongress teilnimmt und sich an der Wahl beteiligt und mehrheitlich für Prinz Ali stimmt.

Sehen Sie dafür eine realistische Chance?

Niersbach: Jeder der einigermaßen, ich hätte fast gesagt, geradeausdenken kann, muss doch realisieren, dass es ein einziges PR-Desaster für den Fußball schlechthin ist. Letztlich reduziert sich das auf die Frage, wie bekommen wir jenseits der nötigen Aufklärung die berühmte Kurve. Das ist nach meiner persönlichen Einschätzung nicht möglich, wenn es an der Spitze keinen Wechsel gibt.

Wird Europa geschlossen gegen Blatter stimmen?

Niersbach: Europa hat 53 stimmberechtigte Nationalverbände. Heute ist gesagt worden, man ist mehrheitlich für den Wechsel. Aber letztlich darf man nicht naiv sein: Jeder geht alleine in seine Kabine und macht sein Kreuzchen.

Ist es ein Ziel der Uefa, jetzt noch andere Länder umzustimmen?

Niersbach: Prinz Ali geht durchaus optimistisch in die Wahl, weil er sagt, dass ihn nicht nur die europäischen Verbände unterstützen, sondern ihn auch andere Länder von anderen Kontinenten unterstützen. In meinen Augen bleibt Blatter Favorit, aber die Unbekannte ist, wie reagieren die anderen.
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