Zuversicht beim BVB

Neuer Trainer, neuer Hoffnungsträger: Thomas Tuchel soll Borussia Dortmund in die Champions-League zurückführen. Bild: dpa

Mit dem Amtsantritt von Thomas Tuchel hat beim BVB eine neue Zeitrechnung begonnen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte sich im Interview der Deutschen Presse-Agentur zuversichtlich, dass der Klopp-Nachfolger die sportliche Trendwende einleitet.

Bei Borussia Dortmund wächst nach einer ernüchternden Saison der Glaube an die eigene Stärke. Anders als noch bei der Vorstellung des neuen Trainers Thomas Tuchel Anfang Juni nennt Hans-Joachim Watzke mittlerweile offen die Ziele für die kommende Spielzeit in der Fußball-Bundesliga.

"Wir sehen uns als Herausforderer für die Top Vier und wollen zurück in die Champions-League", sagte der BVB-Geschäftsführer im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Watzke hält den eigenen Kader für stark genug, um den Topclubs aus München, Wolfsburg, Mönchengladbach und Leverkusen wieder mehr Paroli bieten zu können als in der vorigen Saison. Der große Punkterückstand von zuletzt beachtlichen 15 Zählern auf die Champions-League-Region sei aufholbar: "Wer Spieler wie Hummels, Gündogan, Reus und Aubameyang in seinen Reihen hat, kann so schlecht nicht aufgestellt sein. Wir kommen nicht aus dem Niemandsland."

Vielversprechende erste Ansätze unter der Regie von Tuchel bestärken Watzke in seiner Zuversicht. "Er ist fachlich top, sehr akribisch und flexibel", urteilte der Vereinsboss. Die Abnabelung von Tuchel-Vorgänger Jürgen Klopp sei mittlerweile abgeschlossen: "Der BVB ist immer größer als jeder Einzelne. Natürlich war Jürgen Klopp für uns elementar wichtig und ein Aushängeschild. Aber keiner von uns ist Borussia Dortmund."

Sorgen, dass der lange Schatten von Klopp dem neuen Dortmunder Fußball-Lehrer Probleme bereiten könnte, halten sich bei Watzke in Grenzen: "Das ist das, was mir an Tuchel besonders imponiert. Dass er das wusste und sich dem trotzdem gestellt hat." Vom Beginn einer neuen Ära könne aber zunächst nicht die Rede sein: "Ob das eine neue Ära wird, sollte man am Anfang vielleicht etwas defensiver sehen. Ich würde lieber von einem Neuanfang sprechen."

Obwohl der VfL Wolfsburg auch für die kommende Saison als erster Bayern-Jäger gilt, sieht Watzke den BVB weiter als zweiten Leuchtturm des deutschen Fußballs: "Dass wir angesichts von rund zehn Millionen BVB-Fans in Deutschland noch immer die zweitgrößte Strahlkraft in Deutschland haben, ist doch völlig unbestritten. Dass Wolfsburg über mehr finanzielle Mittel verfügt, dass Klaus Allofs und Dieter Hecking ihre Arbeit sehr gut machen und uns dadurch ein Riesenkonkurrent erwachsen ist, darüber müssen wir nicht reden. Aber das hat nichts mit Strahlkraft zu tun."

Nach Watzkes Einschätzung ist die Vormachtstellung des FC Bayern über Jahre zementiert. Im bevorstehenden Titelkampf erwartet der Unternehmer eine noch größere Dominanz der Münchner. "Die Frage, wer in der kommenden Saison Meister wird, kann eingestellt werden. Mit den Bayern wird es zum ersten Mal einen Verein geben, der zum vierten Mal in Serie deutscher Meister wird. Und im übernächsten Jahr wahrscheinlich erstmalig zum fünften Mal."
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