Zwar 1:2 gegen Hannover, aber durch Niederlagen der Konkurrenz so gut wie im internationalen ...
Verlierer FC Augsburg darf doch jubeln

Zaghafter Jubel der Augsburger Spieler Halil Altintop, Torschütze Paul Verhaegh, Raul Bobadilla und Dominik Kohr (von links) nach dem Ausgleichstreffer zum 1:1. Am Ende entführte Hannover 96 mit einem 2:1-Sieg die Punkte. Trotzdem erreichten die Augsburger die Europa-League. Bild: dpa
Spontan jubelte niemand. Beim FC Augsburg überwog "gefühlsmäßig" nach dem 1:2 (1:1) gegen Hannover 96 erst einmal die Enttäuschung, wie Manager Stefan Reuter zugab. Erst nach und nach schlug der Frust über die Niederlage im letzten Heimspiel der Saison in Stolz und vor allem Vorfreude auf die Europa-Reise(n) nach der Sommerpause um. "Das ist ein Wahnsinnserfolg für den FC Augsburg, grandios", erklärte Reuter zum "Neuland", das der FCA vier Jahre nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga betreten darf.

Die gleichzeitigen Niederlagen von Borussia Dortmund und Werder Bremen machten aus dem Verlierer FC Augsburg doch noch einen der Gewinner des 33. Spieltages. Dortmund und Bremen treffen am letzten Spieltag aufeinander. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Bremen in Dortmund am letzten Spieltag drei Punkte und zwölf Tore auf den FCA aufholen sollte, der mindestens als Tabellensiebter ins Ziel kommen sollte. Das würde reichen. "Es ist nur noch rechnerisch möglich, dass Bremen uns überholt", stellte Trainer Markus Weinzierl am Samstag zufrieden beim Blick auf die Tabelle fest. "Ein riesiges Ausrufezeichen" sei es für den FCA, "international zu spielen".

Vor dem Saisonfinale in Mönchengladbach ist noch offen, ob der FC Augsburg direkt die Gruppenphase der Europa-League erreicht (eher nicht), in die Playoff-Spiele (20./27. August) muss oder bereits in der 3. Qualifikationsrunde (30. Juli/6. August) zur europäischen Premiere ran muss. "Qualifikationsspiele sind auch Europapokal", bemerkte Weinzierl gelassen. Gewissheit könnte eventuell erst nach dem Pokalfinale Wolfsburg gegen Dortmund am 31. Mai bestehen.

"Das ist Wahnsinn!", sagte Kapitän Paul Verhaegh zum praktisch gelösten Europa-Ticket nach einem Spiel gegen Hannover, das auch viele Emotionen geweckt hatte. Die Gäste feierten nach zwei Toren von Kapitän Lars Stindl (24./54. Minute) ihren ersten Sieg im Jahr 2015 und erkämpften sich im Abstiegskampf einen "Showdown gegen Freiburg" am letzten Spieltag, wie Trainer Michael Frontzeck resümierte.

Die müden Augsburger Profis haderten mit sich selbst, aber wie ihre aufgebrachten Fans auch mit Schiedsrichter Felix Zwayer. Der hatte nur einmal auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nach einem Foul von Hiroki Sakai an FCA-Stürmer Raúl Bobadilla. Verhaegh verwandelte nur eine Woche nach seinem Fehlschuss in München frech mit einem Schlenzer mitten ins Tor (30.). Einen zweiten Strafstoß nach Handspiel von Kasai (66.) verwehrte der Schiedsrichter den Augsburgern. Dafür verhängte er in der hektischen Schlussphase drei Platzverweise: Sakai sah bei Hannover Gelb-Rot (77.). Verhaegh erhielt ebenfalls die Ampelkarte (90.). Teamkollege Bobadilla sah für einen harmlosen Schubser sogar Rot (90.+5). "Ein paar Entscheidungen waren sehr unglücklich für uns", bemerkte Reuter diplomatisch. Die Niederlage hatte sich der FCA aber auch selbst zuzuschreiben. "Wir haben uns schwergetan", gestand Weinzierl. Es fehlte die Frische, sowohl im Kopf als auch im Körper.
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