Zwei Deutsche Top-Favoriten beim Ironman auf Hawaii - Drei aus der Region dabei
Das Spektakel der Strapazen

Jan Frodeno erschöpft im Ziel: Auch er will auf Hawaii siegen. Bild: dpa
Bei der Tortur im Paradies eint sie der Kampf gegen Hitze, Luftfeuchtigkeit, Wind und vor allem gegen sich selbst. Doch vor allem sind die beiden Kumpels Sebastian Kienle und Jan Frodeno am Samstag, 11. Oktober (18.25 Uhr MESZ), beim Ironman auf Hawaii Konkurrenten. Viele rechnen bei dem Triathlon-Klassiker auf Big Island mit einem Duell um den Siegerkranz auf dem Alii Drive in Kailua Kona zwischen Europameister Kienle und Olympiasieger Frodeno.

Trotz aller Rivalität begegnen sich beide mit großem Respekt. "Er hat alles, was man braucht, um hier ganz vorne mit dabei zu sein", sagte der 30 Jahre alte Kienle in einem dpa-Interview über den drei Jahre älteren Frodeno. "Ich kenne nur wenige wie Jan, die sich im Training so quälen und pushen. Noch härter zu arbeiten und zu trainieren als er, um ihn zu schlagen, ist nicht möglich."

Frodeno hält Kienle für eine "positive Motivationsquelle". "Wenn ich mal keinen Bock habe, dann denke ich mir: 'Ja, gut, der Sebastian sitzt jetzt aber auf dem Rad'", sagt er. Das mache Laune, meinte der Saarbrücker. Er schätze an Kienle vor allem dessen Coolness, "Außerhalb der Strecke versteht man sich richtig gut, mit High-Five und so. Doch wenn der Startschuss gefallen ist, dann ist der Sebi der absolute Killer."

Doch was letztlich entscheidend ist bei der Quälerei im Triathlon-Mekka mitten im Pazifischen Ozean, ist nur schwer vorherzusagen. Kienle weiß, welche bisweilen unmenschlichen Herausforderungen ihn, Frodeno und die etwa 2000 Profi- und Amateur-Triathleten erwarten.

3,86 Kilometer gegen die Wellen im rauen Pazifischen Ozean, 180,2 Kilometer auf dem Rad gegen die berüchtigten Mumuku-Winde und 42,195 Kilometer Laufen gegen Hitze, Einsamkeit und sich selbst - der Sport kennt kaum eine größere Herausforderung. "Es haben hier schon viele Leute ziemlich lang und viel gelitten", sagt Kienle. Zweimal durfte der Mann aus Mühlacker (Baden-Württemberg) den Mythos schon am eigenen Leibe spüren. 2012 wurde er Vierter, 2013 Dritter. Nicht zuletzt sein EM-Auftritt im Juli in Frankfurt brachten ihm die Favoritenrolle für die Ironman-WM ein. Er gewann mit Streckenrekord und ließ selbst Hawaii-Titelverteidiger Frederik van Lierde aus Belgien keine Chance.

Die Strapazen auf der Pazifik-Insel nehmen auch drei Triathleten aus der Region auf sich. Hans Biehler und Wolfgang Schmatz vom CIS Amberg haben sich in der Altersklasse M 50 qualifiziert. Lothar Richthammer von Laface Weiden geht in der M 55 ins Rennen.
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