Zweimal Blech im Team-Sprint

Die ersten beiden Medaillenchancen haben die deutschen Skilangläufer bei der WM verpasst. Im Team-Sprint gab es trotz großer Leistungen jeweils vierte Plätze für Damen und Herren. Für die Staffeln sollte das aber Mut machen.

Nicole Fessel nahm Denise Herrmann in den Arm und tröstete sie, Thomas Bing und Tim Tscharnke ließen traurig die Köpfe hängen: Die deutschen Team-Sprinter sind bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Falun leer ausgegangen. Statt der insgeheim erhofften ersten Medaillen für die Schützlinge von Langlauf-Bundestrainer Frank Ullrich gab es zweimal Blech. "Wir haben wohl Platz vier gepachtet", sagte der Coach genauso enttäuscht wie seine Athleten. Die Norweger wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Ingvild Flugstad Östberg und Meiken Caspersen Falla spielten genauso mit der Konkurrenz wie später Finn Haagen Krogh und Petter Northug.

Aber zumindest bei den Damen war der Sprung auf das Podium geplant. Aber wie vor einem Jahr in Sotschi, als Herrmann mit Steffi Böhler Vierte wurden, gingen der einst so sprintstarken Sächsin auch diesmal die Kräfte in der letzten Runde aus. "Es ist langsam nervig. Immer wieder sind wir nah dran und dann klappt es doch nicht", meinte Herrmann. Später zeigte sie Größe und Fairness. Ihre schwedische Gegnerin Stina Nilsson hatte bei einer Attacke die Strecke kurzzeitig mit einem Ski verlassen, was laut Reglement mit einer Disqualifikation hätte bestraft werden können. Doch die Jury verwarnte die nun zweimalige Silbermedaillengewinnerin nur. "Die Gelbe Karte geht in Ordnung. So wollen wir auch keine Medaille. Es war kein wirklich entscheidender Verstoß", sagte Herrmann. Bei einer Disqualifikation der Schwedinnen wäre das DSV-Duo hinter Polen Dritte geworden.

Top-Leute verhinderten auch den Medaillengewinn der Männer. Tim Tscharnke war aber ganz nah dran, musste den Duos aus Russland und Italien nur um 0,55 Sekunden den Vortritt lassen. "Ich habe alles versucht, aber ich war in den Beinen blau. Krjukow und Pellegrino sind einfach zu gut für mich", sagte der Biberauer.

Bei den Skiathlon-Entscheidungen des Samstags hatten die DSV-Läufer keine Rolle gespielt. Stefanie Böhler wurde über die 15 Kilometer in den beiden Stilarten 18., bei den Männern kam Jonas Dobler nach 30 Kilometern als 27. ins Ziel. Weltmeister wurden die Norwegerin Therese Johaug sowie der Russe Maxim Wylegschanin.
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